Wie Tokenisierung die Preisfindung bei SpaceX verändert hat

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Hyperliquids SPCX-Perpetual-Kontrakt definiert die Pre-IPO-Preisfindung bei SpaceX neu. Anders als andere tokenisierte Produkte liefert dieses cash-besicherte On-Chain-Derivat schnellere und transparentere Bewertungssignale als traditionelle Sekundärmärkte.

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Bis vor Kurzem setzte ein Engagement in SpaceX-Aktien voraus, als akkreditierter Investor auf Sekundärplattformen über einen Broker (Forge, EquityZen, Hiive) aktiv zu sein oder über Fondsvehikel wie Destiny Tech100 (DXYZ) oder ARK Venture zu investieren. Eine zweite Welle folgte mit tokenisierten Wrappers und Pre-IPO-Token auf Solana-basierten Plattformen, die Privatanlegern synthetisches Preisexposure ohne rechtlichen Anspruch auf die zugrunde liegende Aktie boten.

Die jüngste Entwicklung ist grundlegend anderer Natur. Hyperliquids HIP-3-Framework hostet nun einen vollständig On-Chain-Perpetual-Kontrakt auf SpaceX (Ticker: SPCX), der nach einem Staking von 500.000 HYPE und mithilfe eines zusammengesetzten Orakels deployt wurde. Kein KYC, keine Akkreditierung, kein Anspruch auf die zugrunde liegende Aktie. Als USDC-besichertes Derivat – kein in einem Token-Wrapper verpacktes Wertpapier – umgeht es die rechtlichen Risiken, die im Mai zu einem Kurseinbruch von 25 bis 35 Prozent bei Anthropic-Token geführt hatten, nachdem das Unternehmen nicht autorisierte Übertragungen für nichtig erklärt hatte.

>> Anthropic Voids Unauthorized Stock Transfers: Shockwave Hits Pre-IPO Tokenization

Permissionless Markets schließen die Lücke

Traditionelle Sekundärplattformen liefern veraltete Kurse und Nettoinventarwerte (NAV), die nur quartalsweise aktualisiert werden. Das kontinuierliche Orderbuch von Hyperliquid hingegen bietet ausreichend Liquidität, um Trades in institutioneller Größenordnung zu absorbieren, und operiert in Echtzeit. Die Plattform vereint den Großteil des Open Interest bei dezentralen Perpetuals und erzeugt monatliche HIP-3-Volumina in Höhe von mehreren zehn Milliarden US-Dollar. Für institutionelle Desks ergeben sich daraus drei konkrete Vorteile.

Erstens: ein verlässlicher Echtzeit-Referenzpreis, der für Portfoliobewertungen und zur Absicherung bestehender Fondspositionen genutzt werden kann.

Zweitens: Wettbewerbsdruck auf TradFi-Plattformen. Der Perpetual-Kontrakt auf Cerebras schloss beispielsweise nur wenige Prozent unter dem NASDAQ-Eröffnungskurs – eine deutlich engere Abweichung als die üblicherweise auf traditionellen Sekundärplattformen beobachteten 35 Prozent oder mehr.

In Zahlen: Hyperliquids SPCX-Perpetual startete am 18. Mai zu einem Referenzpreis von 150 US-Dollar und überstieg innerhalb von 24 Stunden kurzzeitig 230 US-Dollar, was einer impliziten Bewertung von über 2,5 Billionen US-Dollar entsprach. Anschließend konvergierte der Kurs in Richtung der Spanne von 155 bis 170 US-Dollar vor dem IPO und hielt dabei eine Prämie von etwa 15 bis 30 Prozent gegenüber dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Der Markt verzeichnete ein kumuliertes Volumen zwischen 2,2 und 2,7 Milliarden US-Dollar; das Open Interest überstieg plattformübergreifend 215 bis 250 Millionen US-Dollar.

Der aktuelle Kurs des Kontrakts XYZ:SPCXUSD liegt bei 175 US-Dollar je Aktie, während die Aktie voraussichtlich bei rund 171 US-Dollar in den Handel startet – eine Differenz von lediglich 4 US-Dollar. Die Preisfindung ist damit deutlich enger und kontinuierlicher als auf traditionellen Sekundärmärkten.

Drittens: Öffentliche Aussagen des NYSE-CEO, der die Relevanz von Hyperliquid ausdrücklich hervorhebt, bestätigen, dass die etablierten Marktteilnehmer die Wettbewerbsbedrohung klar wahrnehmen.

Strukturelle Risiken bleiben erheblich

Die Risiken sind beträchtlich. Oracle-Abhängigkeiten verursachten im Mai einen Flash Crash von 45 Prozent, und die Liquidität ist trotz ihres Wachstums noch relativ konzentriert. Der rechtliche Status synthetischer Perpetuals mit Bezug auf private Unternehmen wurde weder in den USA noch in der EU gerichtlich geprüft. Die bevorstehenden SEC-Regeln zur Tokenisierung von Wertpapieren könnten das Modell entweder legitimieren oder einschränken. Auch die Settlement-Mechanismen nach dem IPO werden einer genauen Beobachtung bedürfen, um die Basis-Konvergenz zu überprüfen.

The Big Whale's Take

Die Tokenisierung hat an der fundamentalen Bewertung von SpaceX nichts verändert. Die Aktien befinden sich weiterhin in privatem Besitz, und HIP-3-Perpetuals werden in bar abgerechnet. Was sich verändert hat, ist die Geschwindigkeit und Transparenz des Preissignals. Hyperliquid etabliert sich als De-facto-Marktplatz für Vermögenswerte, die das traditionelle Finanzwesen nur langsam – oder gar nicht – an die Börse bringt. SPCX ist dafür der bislang überzeugendste Beleg. Für etablierte Marktteilnehmer ist das asymmetrische Risiko offensichtlich: Wenn SpaceX seinen IPO vollzieht, könnte ein paralleler, erlaubnisfreier Markt den Konsenspreis längst gesetzt haben.

Aleksandar Bukovski

Aleksandar Bukovski ist Lead Analyst bei The Big Whale, wo er auf decentralized finance und crypto-assets spezialisiert ist. Seine bei The Big Whale veröffentlichten Arbeiten behandeln unter anderem stablecoins, tokenized finance, DeFi protocols, Bitcoin mining und die institutionelle Adoption von digital assets. Zudem moderiert er den Market Call, ein wiederkehrendes Marktanalyseformat von The Big Whale.

Vor seinem Wechsel zu The Big Whale im Februar 2025 war Bukovski fünf Monate lang als Research Analyst bei The Block tätig, einem auf crypto fokussierten Informationsdienstleister, wo sein erklärter Schwerpunkt auf tokenization lag. Er verfügt über einen Ingenieurabschluss in Finance and Financial Management Services sowie einen Masterabschluss in Investment Management, beide von der Faculty of Technical Sciences der University of Novi Sad in Serbien.

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