Bitcoin-Miner als KI-Vermieter: Wie Big Tech den Infrastrukturaufbau finanziert

Bitcoin-Miner als KI-Vermieter: Wie Big Tech den Infrastrukturaufbau finanziert
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Big Tech mietet KI-Rechenzentren von Bitcoin-Minern, statt sie selbst zu bauen. Langfristige Verträge, Vorauszahlungen und Treuhandkonten verwandeln Miner in Infrastrukturvermieter.

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Offenlegungen aus dem Jahr 2026 von IREN, Core Scientific, Riot, TeraWulf und Cipher zeigen: Beim Wandel in Richtung KI geht es inzwischen vor allem um die Finanzierungsstruktur. Die enormen Kosten für den Bau neuer KI-Rechenzentren haben sich weitgehend von den Bilanzen der Miner auf die großen Technologiekonzerne verlagert.

Die Finanzierungsstruktur

Die Deals folgen einem klaren Muster: Big Tech schließt langfristige Verträge über zehn bis 25 Jahre ab, um neue GPU-Kapazitäten zu mieten. Manche sind direkte Vereinbarungen, etwa Amazon mit Cipher über 5,5 Milliarden US-Dollar für 15 Jahre. Andere sind abgesichert, etwa durch Google als Garantiegeber für den 3,7-Milliarden-Dollar-Deal von TeraWulf.

Die Schuldtitel sind geschützt: Core Scientifics Anleihen im Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar werden direkt aus den Zahlungen der KI-Kunden über ein gesondertes Treuhandkonto bedient.

Big Tech leistet zudem Vorauszahlungen: Microsoft finanziert den Großteil des neuen GPU-Aufbaus von IREN, während NVIDIA und AMD Kapital und Eigenkapitalbeteiligungen einbringen.

Die Bedeutung dieser Entwicklung

Diese Strukturen verändern die Wahrnehmung des Sektors unter Investoren. Das KI-Geschäft der Miner ist kein risikoreiches Bitcoin-Aktienengagement mehr. Es verhält sich zunehmend wie stabile Infrastruktur, vergleichbar mit einer Mautstraße oder einem Kraftwerk, abgesichert durch die erstklassige Bonität von Microsoft, Google und Amazon.

Analysten wie Bernstein bewerten den vertraglich gesicherten Geschäftsteil mit hohen Multiplikatoren von rund 21x. VanEck verweist auf einen erheblichen verbleibenden Finanzierungsbedarf im gesamten Sektor. Investoren achten weniger auf den Bitcoin-Kurs und stärker darauf, ob Big Tech weiter zahlt und ob die Projekte termingerecht fertiggestellt werden.

Die Einschätzung von The Big Whale

Das klassische Bitcoin-Mining-Modell hat ausgedient. Es wird durch ein neues Projektfinanzierungsmodell ersetzt, das von den großen Technologiekonzernen finanziert und garantiert wird.

Big Tech wird zum Mieter, die Miner werden zu Vermietern, weil dieser Weg günstiger, schneller und kapitaleffizienter ist. Miner verfügen bereits über Standorte mit vorhandener Stromversorgung und können diese in Monaten statt in Jahren umrüsten. Für Hyperscaler bedeutet das: keine langwierigen Netzanschlussgenehmigungen und eine weitgehende Verlagerung des Baurisikos auf die Miner.

Risiken bestehen dennoch. Nicht alle KI-Kunden verfügen über eine erstklassige Bonität, Bauverzögerungen sind möglich, und ein gewisses Bitcoin-Exposure bleibt bestehen. Sollte Big Tech seine KI-Ausgaben drosseln, wären die Auswirkungen schnell spürbar.

Im kommenden Jahr wird die Schere zwischen Minern mit belastbaren Verträgen und solchen ohne weiter aufgehen. Den Preis werden zunehmend Kreditinvestoren setzen, nicht die Euphorie an den Aktienmärkten. Börsennotierte Miner sind damit zu einem gehebelten Wett auf die KI-Ausgabenpläne von Microsoft, Google, Amazon, NVIDIA und AMD geworden.

Aleksandar Bukovski

Aleksandar Bukovski ist Lead Analyst bei The Big Whale, wo er auf decentralized finance und crypto-assets spezialisiert ist. Seine bei The Big Whale veröffentlichten Arbeiten behandeln unter anderem stablecoins, tokenized finance, DeFi protocols, Bitcoin mining und die institutionelle Adoption von digital assets. Zudem moderiert er den Market Call, ein wiederkehrendes Marktanalyseformat von The Big Whale.

Vor seinem Wechsel zu The Big Whale im Februar 2025 war Bukovski fünf Monate lang als Research Analyst bei The Block tätig, einem auf crypto fokussierten Informationsdienstleister, wo sein erklärter Schwerpunkt auf tokenization lag. Er verfügt über einen Ingenieurabschluss in Finance and Financial Management Services sowie einen Masterabschluss in Investment Management, beide von der Faculty of Technical Sciences der University of Novi Sad in Serbien.

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