Der Kevin-Warsh-Effekt: Wenn die Fed Gold und Bitcoin erschüttert

Der Kevin-Warsh-Effekt: Wenn die Fed Gold und Bitcoin erschüttert
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Die Ernennung von Kevin Warsh zum Chef der Fed hat den Marktoptimismus über Reservevermögen, von Gold bis Bitcoin, brutal gedämpft. Diese bedeutende Korrektur, angetrieben durch die Rückkehr eines starken Dollars, zwingt nun institutionelle Investoren, ihre Exponierung gegenüber einer rigideren Geldpolitik neu zu bewerten.

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Die vergangene Woche war geprägt von einem außergewöhnlichen Anstieg der Volatilität auf allen Rohstoffmärkten, sowohl physisch als auch digital. Die Zahlen verdeutlichen die Brutalität der Bewegung: Die realisierte Volatilität für Silber hat sich in weniger als einem Monat fast verdoppelt, von 65,72 am 5. Januar auf 111,16 am 29. Januar. Auch Gold blieb nicht verschont, sein Volatilitätsindex sprang von der 25er-Zone auf 46.

Edelmetalle: ein massiver Wertverlust

Nach einer anhaltenden Rallye seit Jahresbeginn hat das Edelmetallsegment (Silber, Gold, Palladium) eine besonders starke Rückkehr zum Mittelwert ("mean reversion") begonnen.

Innerhalb von zehn Tagen hat Silber um 32,72 % von seinem Allzeithoch korrigiert und etwa 2,5 Billionen Dollar an Kapitalisierung ausgelöscht (entspricht dem Gesamtwert des Krypto-Ökosystems). Gold hingegen gab 16 % nach, was einem Verlust an Papierwert von 6.620 Milliarden Dollar entspricht.

Diese Kapitulation wirft Fragen auf, zu einem Zeitpunkt, an dem die makroökonomischen Fundamentaldaten theoretisch stabil blieben: Inflationsängste, globale Entdollarisierung, geopolitische Spannungen um Grönland oder Eskalationsdrohungen im Iran.

Doch zwei Faktoren haben uns übertroffen:

- Massive Gewinnmitnahmen nach einer Phase parabolischen Anstiegs.

- Der 1,58%ige Anstieg des DXY (Dollar-Index) nach der Ernennung von Kevin Warsh zum Vorsitzenden der Federal Reserve. Warsh, bekannt für sein "hawkish" monetäres Profil, deutet auf eine härtere als erwartete Anti-Inflationspolitik hin. Der Markt hatte mit der Ernennung eines "dove"-Kandidaten gerechnet, der eher geneigt gewesen wäre, die Zinsen schnell zu senken.

Historisch gesehen hat diese Art von Korrektur bei Edelmetallen (wobei Silber in der Regel vor Gold fällt) oft großen US-Rezessionen vorausgegangen, wie 1974, 1980 und 2008.

Krypto-Assets: eine Bereinigung durch Hebelwirkung

Der Markt für digitale Vermögenswerte erlitt letzten Samstag eine ähnliche Schockwelle. Bitcoin gab 10,28 % nach, Ethereum 17,09 %, während Altcoins (TOTAL3-Index) um 14,29 % fielen.

Dieser Rückgang lässt sich durch einen Cocktail aus drei technischen und makroökonomischen Faktoren erklären:

- Eine massive Liquidation von Long-Positionen (geschätzt auf 2,4 Milliarden Dollar) auf einem Orderbuch mit begrenzter Liquidität. Die Plattformen Hyperliquid, Binance und Bybit waren die Haupttreiber dieser Liquidationskaskade.

- Ein Abfluss aus ETFs: Nettoabflüsse erreichten in nur achtundvierzig Stunden 1,827 Milliarden Dollar.

- Die inverse Korrelation mit dem Dollar, dessen Gegenbewegungsrallye auf Risikoanlagen lastete.

Perspektiven: ein Markt auf der Suche nach neuem Schwung

Die Analyse der Volumina hebt den aktuellen Verlust an Dynamik hervor. Die Transaktionsaktivität fiel von 2.230 Milliarden Dollar im letzten Oktober auf nur noch 1.200 Milliarden Dollar im Januar.

Im Gegensatz zu den euphorischen Phasen scheint sich der aktuelle Markt in eine "nicht-euphorische" Bärenmarkt-Dynamik einzufügen. Das SOPR-Verhältnis (ein On-Chain-Marktindikator, der misst, in welchem Maße Investoren über einen bestimmten Zeitraum Gewinne oder Verluste erzielen) zeigt, dass langfristige Inhaber weiterhin Liquidität abziehen (mehr als 4 Milliarden Dollar seit dem 1. Januar).

In Ermangelung neuer spekulativer Kapitalzuflüsse, die durch schwierige wirtschaftliche Bedingungen für Privatanleger gebremst werden, wird der Krypto-Asset-Markt voraussichtlich kurzfristig unter Druck bleiben.

Aleksandar Bukovski

Aleksandar Bukovski ist Lead Analyst bei The Big Whale, wo er auf decentralized finance und crypto-assets spezialisiert ist. Seine bei The Big Whale veröffentlichten Arbeiten behandeln unter anderem stablecoins, tokenized finance, DeFi protocols, Bitcoin mining und die institutionelle Adoption von digital assets. Zudem moderiert er den Market Call, ein wiederkehrendes Marktanalyseformat von The Big Whale.

Vor seinem Wechsel zu The Big Whale im Februar 2025 war Bukovski fünf Monate lang als Research Analyst bei The Block tätig, einem auf crypto fokussierten Informationsdienstleister, wo sein erklärter Schwerpunkt auf tokenization lag. Er verfügt über einen Ingenieurabschluss in Finance and Financial Management Services sowie einen Masterabschluss in Investment Management, beide von der Faculty of Technical Sciences der University of Novi Sad in Serbien.

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