Redner
- Marc Jennings - CEO Europa, Gemini
- Simon Letort - Leiter Strategie, Digital Asset / Canton
- Guillaume Chatin - Leiter Institutioneller Vertrieb, Keyrock
- James Maxfield - Leiter Handel EU, Gemini
- Raphaël Bloch - Leiter Nachrichten und Mitbegründer, The Big Whale
Der Wandel hin zu einem institutionellen Markt ist nun klar erkennbar
- Alle Redner bestätigten es: Der europäische Kryptomarkt hat sich von B2C zu B2B gewandelt. Einzelpersonen sind in den Hintergrund getreten, während Banken, Vermögensverwalter und Hedgefonds ins Rampenlicht gerückt sind.
- Dieser Wandel lässt sich durch zwei Faktoren erklären:
- 1) regulatorische Reife,
- 2) das nun "mainstream" Verständnis von Bitcoin und digitalen Vermögenswerten als standardmäßiger Portfolio-Baustein.
- Die institutionelle Nachfrage ist nicht mehr explorativ, sondern operativ, mit spezifischen Bedürfnissen: zuverlässige Verwahrung, API-Integration, Liquidität, 24/7-Handel, Absicherungsinstrumente.
Die neue Sprache der Institutionen: Sicherheiten, Finanzierung, On-Chain-Repo
- Das dominierende Thema auf dem Panel: Sicherheitenmanagement.
- Institutionen wollen finanzieren, verleihen, ihr Inventar optimieren, ihre Positionen absichern und Vermögenswerte reibungslos übertragen.
- On-Chain-Repo explodiert: tokenisierte Staatsanleihen (insbesondere auf Blockchains wie Canton) werden von Citadel, DRW oder Prime Brokern als "außerbörsliche" Sicherheiten genutzt; vor zwei Jahren undenkbar.
- Diese Akzeptanz erfolgt, weil die Blockchain ein echtes Problem löst: 24/7-Finanzierung, wo TradFi durch Marktzeiten begrenzt bleibt.
Stablecoins: das erste Krypto-Produkt, das wirklich in Bank-Workflows integriert ist
- Im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr werden Stablecoins bereits massiv genutzt: BRL→USDT, MXN→USDT, USDT→HKD.
- Zahlungsunternehmen und Fintechs nutzen sie, weil sie sofort an Effizienz, Kosten und Geschwindigkeit gewinnen.
- Banken sehen, wie ihre Kunden erhebliche Volumina zu Coinbase, Revolut und Gemini verlagern, und beginnen, sich darauf vorzubereiten, Stablecoin-Schienen intern zu integrieren, um diesen Abfluss zu stoppen.
- Das Panel war sich einig: Stablecoins sind nun der natürlichste Einstiegspunkt für Institutionen in Krypto.
RWA: Tokenisierung ist kein Konzept mehr, sondern eine aktive Infrastruktur
- Im Gegensatz zu anderen Krypto-Narrativen ist diese bereits real, messbar und wird von globalen Akteuren genutzt.
- Tokenisierte US-Staatsanleihen dominieren die Flüsse vollständig: Sie werden als Sicherheiten in Repo, PB und Intraday-Finanzierungen genutzt.
- Banken tokenisieren ihre eigenen Anleihen: SocGen gibt bereits seine Anleihen auf Canton aus, um sie als Kundenmarge zu nutzen.
- Die Bewegung strukturiert sich: Es ist nicht Krypto, das TradFi imitiert, sondern TradFi, das Blockchain-Schienen übernimmt, um die Kosten für Finanzierung, Abwicklung und Übertragung von Wertpapieren zu senken.
Ein Markt, der noch ineffizient ist... also unglaublich profitabel für anspruchsvolle Akteure
- Die Redner betonten es unmissverständlich: Krypto bleibt fragmentiert, unreif, schlecht integriert.
- Diese Ineffizienz schafft enorme Chancen: Multi-Plattform-Arbitrage, Optionsstrategien, Spreads auf Derivaten, ineffiziente Fixings (Beispiel vom 10. Oktober).
- 80% des institutionellen Flusses in Optionen = Covered Calls, die einfachste Strategie, ein Zeichen dafür, dass der Krypto-Derivatemarkt noch in den Kinderschuhen steckt.
- Die Schlussfolgerung ist klar: Für gut ausgestattete Desks bleibt Krypto ein Hochmargenmarkt, weit entfernt von der erdrückten Effizienz traditioneller Märkte.
Unternehmensschätze: die stille, aber tiefgreifende neue Welle der Akzeptanz
- Einige Unternehmen kaufen Bitcoin über Optionsstrategien, die es ihnen ermöglichen:
- Bargeld schrittweise einzusetzen,
- Erträge über Prämien zu erzielen,
- den Kauf "am Markt" auf einmal zu vermeiden.
- Multinationale Unternehmen (z.B. Uber) erkunden Stablecoins, um Echtzeitzahlungen in Dutzenden von Ländern, an Wochenenden, ohne die Zwänge der Bankensysteme zu verwalten.
- Dies ist keine Spekulation mehr: Es ist die operative Optimierung einer Finanzabteilung.
- Für das Panel werden diese Unternehmensanwendungsfälle 2026 zu einem wichtigen Treiber der Akzeptanz werden.
Fazit: Krypto ist kein Parallelmarkt mehr, es wird zur neuen Infrastruktur der Finanzwelt
- Der Deep Dive zeigte dies: institutionelle Verwahrung, tokenisierte Sicherheiten, grenzüberschreitende Stablecoins, 24/7-Repo, tokenisierte Geldmärkte, strukturierte Derivate...
- TradFi und DeFi sind keine Gegensätze mehr: Sie verschmelzen.
- 2026 wird das Jahr der Industrialisierung sein: Die Akteure, die Sicherheiten, Derivate und tokenisierte Schienen kontrollieren, werden den Großteil des Wertes erfassen.







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