Von Renditen zu Derivaten: Im Zentrum der Institutionalisierung von Kryptowährungen

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Am 25. November 2025 veranstaltete The Big Whale ein Frühstück bei Clifford Chance in Paris, in Zusammenarbeit mit Gemini, um die Entwicklung der institutionellen Akzeptanz von Kryptowährungen zu erkunden.

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Redner

Der Wandel hin zu einem institutionellen Markt ist nun klar erkennbar

  • Alle Redner bestätigten es: Der europäische Kryptomarkt hat sich von B2C zu B2B gewandelt. Einzelpersonen sind in den Hintergrund getreten, während Banken, Vermögensverwalter und Hedgefonds ins Rampenlicht gerückt sind.
  • Dieser Wandel lässt sich durch zwei Faktoren erklären:
    • 1) regulatorische Reife,
    • 2) das nun "mainstream" Verständnis von Bitcoin und digitalen Vermögenswerten als standardmäßiger Portfolio-Baustein.
  • Die institutionelle Nachfrage ist nicht mehr explorativ, sondern operativ, mit spezifischen Bedürfnissen: zuverlässige Verwahrung, API-Integration, Liquidität, 24/7-Handel, Absicherungsinstrumente.

Die neue Sprache der Institutionen: Sicherheiten, Finanzierung, On-Chain-Repo

  • Das dominierende Thema auf dem Panel: Sicherheitenmanagement.
  • Institutionen wollen finanzieren, verleihen, ihr Inventar optimieren, ihre Positionen absichern und Vermögenswerte reibungslos übertragen.
  • On-Chain-Repo explodiert: tokenisierte Staatsanleihen (insbesondere auf Blockchains wie Canton) werden von Citadel, DRW oder Prime Brokern als "außerbörsliche" Sicherheiten genutzt; vor zwei Jahren undenkbar.
  • Diese Akzeptanz erfolgt, weil die Blockchain ein echtes Problem löst: 24/7-Finanzierung, wo TradFi durch Marktzeiten begrenzt bleibt.

Stablecoins: das erste Krypto-Produkt, das wirklich in Bank-Workflows integriert ist

  • Im grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr werden Stablecoins bereits massiv genutzt: BRL→USDT, MXN→USDT, USDT→HKD.
  • Zahlungsunternehmen und Fintechs nutzen sie, weil sie sofort an Effizienz, Kosten und Geschwindigkeit gewinnen.
  • Banken sehen, wie ihre Kunden erhebliche Volumina zu Coinbase, Revolut und Gemini verlagern, und beginnen, sich darauf vorzubereiten, Stablecoin-Schienen intern zu integrieren, um diesen Abfluss zu stoppen.
  • Das Panel war sich einig: Stablecoins sind nun der natürlichste Einstiegspunkt für Institutionen in Krypto.

RWA: Tokenisierung ist kein Konzept mehr, sondern eine aktive Infrastruktur

  • Im Gegensatz zu anderen Krypto-Narrativen ist diese bereits real, messbar und wird von globalen Akteuren genutzt.
  • Tokenisierte US-Staatsanleihen dominieren die Flüsse vollständig: Sie werden als Sicherheiten in Repo, PB und Intraday-Finanzierungen genutzt.
  • Banken tokenisieren ihre eigenen Anleihen: SocGen gibt bereits seine Anleihen auf Canton aus, um sie als Kundenmarge zu nutzen.
  • Die Bewegung strukturiert sich: Es ist nicht Krypto, das TradFi imitiert, sondern TradFi, das Blockchain-Schienen übernimmt, um die Kosten für Finanzierung, Abwicklung und Übertragung von Wertpapieren zu senken.

Ein Markt, der noch ineffizient ist... also unglaublich profitabel für anspruchsvolle Akteure

  • Die Redner betonten es unmissverständlich: Krypto bleibt fragmentiert, unreif, schlecht integriert.
  • Diese Ineffizienz schafft enorme Chancen: Multi-Plattform-Arbitrage, Optionsstrategien, Spreads auf Derivaten, ineffiziente Fixings (Beispiel vom 10. Oktober).
  • 80% des institutionellen Flusses in Optionen = Covered Calls, die einfachste Strategie, ein Zeichen dafür, dass der Krypto-Derivatemarkt noch in den Kinderschuhen steckt.
  • Die Schlussfolgerung ist klar: Für gut ausgestattete Desks bleibt Krypto ein Hochmargenmarkt, weit entfernt von der erdrückten Effizienz traditioneller Märkte.

Unternehmensschätze: die stille, aber tiefgreifende neue Welle der Akzeptanz

  • Einige Unternehmen kaufen Bitcoin über Optionsstrategien, die es ihnen ermöglichen:
    • Bargeld schrittweise einzusetzen,
    • Erträge über Prämien zu erzielen,
    • den Kauf "am Markt" auf einmal zu vermeiden.
  • Multinationale Unternehmen (z.B. Uber) erkunden Stablecoins, um Echtzeitzahlungen in Dutzenden von Ländern, an Wochenenden, ohne die Zwänge der Bankensysteme zu verwalten.
  • Dies ist keine Spekulation mehr: Es ist die operative Optimierung einer Finanzabteilung.
  • Für das Panel werden diese Unternehmensanwendungsfälle 2026 zu einem wichtigen Treiber der Akzeptanz werden.

Fazit: Krypto ist kein Parallelmarkt mehr, es wird zur neuen Infrastruktur der Finanzwelt

  • Der Deep Dive zeigte dies: institutionelle Verwahrung, tokenisierte Sicherheiten, grenzüberschreitende Stablecoins, 24/7-Repo, tokenisierte Geldmärkte, strukturierte Derivate...
  • TradFi und DeFi sind keine Gegensätze mehr: Sie verschmelzen.
  • 2026 wird das Jahr der Industrialisierung sein: Die Akteure, die Sicherheiten, Derivate und tokenisierte Schienen kontrollieren, werden den Großteil des Wertes erfassen.
Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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