Während eines Besuchs im Flamanville EPR stellte Marine Le Pen am Dienstag einen kühnen Vorschlag vor: die Nutzung der Überschussproduktion französischer Kernkraftwerke zum Bitcoin-Mining. Laut der Vorsitzenden des Rassemblement National würde diese Initiative es ermöglichen, "strategische Reserven für EDF aufzubauen, die zur Finanzierung der Wartung und Renovierung der Reaktoren beitragen werden".
Diese Aussage erfolgt vor dem Hintergrund einer internationalen Entwicklung, in der Bitcoin zunehmend als strategisches Instrument für Regierungen angesehen wird. Letzte Woche kündigte der US-Präsident Donald Trump die Schaffung einer nationalen Bitcoin-Reserve in den Vereinigten Staaten an (bestehend ausschließlich aus kriminellen Beschlagnahmungen), was einen weiteren Schritt in der institutionellen Anerkennung der Kryptowährung darstellt.
Derzeit wird sie mit 1.450 Milliarden Dollar bewertet, was 62 % der gesamten Branche entspricht.
Historisch gesehen wurde die Idee der monetären Souveränität durch Bitcoin hauptsächlich von rechtsextremen oder radikal rechten Bewegungen vorangetrieben, die die Kryptowährung als Möglichkeit sehen, der Kontrolle der Zentralbanken zu entkommen.
Doch dieser Schwung beginnt sich zu erweitern: Auf der linken Seite empfing der ehemalige Präsident François Hollande kürzlich französische Vertreter aus dem Bitcoin-Sektor, ein Zeichen für das wachsende Interesse über traditionelle politische Grenzen hinweg. Laut unseren Informationen sind auch andere linke Strömungen interessiert, insbesondere im Gespräch mit einer jungen und aktiven Wählerschaft.
Warum passen Bitcoin und Kernkraft gut zusammen?
Das Bitcoin-Mining basiert auf einem intensiven Energieverbrauch, was oft kritisiert wird. Doch im Falle der Kernkraft wird diese Kritik in eine Chance verwandelt. Kraftwerke produzieren regelmäßig Stromüberschüsse, insbesondere nachts, wenn die Nachfrage geringer ist. Heute sind diese Überschüsse schwer zu bewerten und können sogar zu Kosten für die Netzregulierung führen.
Das Bitcoin-Mining würde eine pragmatische Lösung bieten: die Nutzung dieser ansonsten verschwendeten Energie zur Erzeugung einer Reserve strategischer Vermögenswerte, ohne zusätzliche Kosten für die Steuerzahler. Im Gegensatz zu anderen energieintensiven Industrien ist das Mining flexibel und kann sich innerhalb von Sekunden an die Verfügbarkeit von Elektrizität anpassen, wodurch die Nutzung des französischen Kernkraftwerks optimiert wird.
Sollte die Idee von Marine Le Pen ernst genommen werden, würde dies einen Wendepunkt in der Beziehung zwischen dem französischen Staat und Bitcoin markieren. Bisher war Frankreich gegenüber Kryptowährungen vorsichtig und bevorzugte eine strenge Regulierung. Doch die wachsende internationale Anerkennung von Bitcoin als strategisches Asset könnte dies ändern.
Durch die Integration von Bitcoin in seine Energiestrategie könnte sich Frankreich an die Spitze einer neuen digitalen und monetären Wirtschaft stellen und gleichzeitig die Souveränität seiner Kernkraftflotte stärken. Es bleibt abzuwarten, ob dieser Vorschlag innerhalb der Institutionen und des Energiesektors auf ein positives Echo stößt.
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