Marktanalyse: Zusammenbrechende Liquidität macht den Markt explosiv

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Während sich Privatanleger zurückziehen, formt eine stille Akkumulation institutioneller Investoren die Angebotsstruktur neu.

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Der Krypto-Asset-Markt bot an diesem Sonntag einen Vorgeschmack darauf, wie die kommenden Wochen zum Jahresende aussehen könnten: unberechenbar und heftig. In einem Umfeld mit geringer Liquidität schwankte Bitcoin wild zwischen 88.000 $ und 92.000 $, während Ethereum einen Sprung von 2.910 $ auf 3.150 $ machte.

Für Analysten der QCP Group ist diese Volatilität nicht unbedeutend. "Sie offenbart eine strukturelle Fragilität im Orderbuch, da sich das Jahresende nähert, signalisiert aber vor allem eine wachsende Divergenz zwischen der Apathie der breiten Öffentlichkeit und der Aktivität des Smart Money", sagt die in Singapur ansässige Investmentfirma.

Warum die Volatilität explodiert

Entgegen dem Anschein wird dieser Anstieg der Volatilität nicht durch massive Volumina unterstützt. Liquidationen von Positionen (long und short) beliefen sich auf rund 440 Millionen $, eine relativ bescheidene Zahl nach den Maßstäben von 2025.

Dieses Paradoxon lässt sich durch die Oberflächlichkeit des Marktes erklären. Das Interesse der breiten Öffentlichkeit an Kryptowährungen, gemessen an Google-Suchen und der Aktivität von Spekulanten, ist auf das Niveau eines Bärenmarktes zurückgefallen. Infolgedessen sind die Positionen in unbefristeten Futures-Kontrakten (Open Interest) eingebrochen (-44 % bei Bitcoin seit dem Höchststand im Oktober, -50 % bei Ethereum).

Die Analyse: Mit weniger Akteuren und kleineren Orderbüchern wird jetzt viel weniger Kapital benötigt, um signifikante Preisbewegungen zu verursachen. Der Markt ist empfindlicher gegenüber kleineren Flüssen geworden.

Institutionelle Investoren akkumulieren leise

Während die Oberfläche des Marktes verlassen erscheint, erzählen die On-Chain-Fundamentaldaten eine andere Geschichte, eine von einem Mangel an verfügbarer Versorgung.

Während Kleinanleger das Schiff verlassen, akkumulieren institutionelle Investoren. Daten zeigen, dass in den letzten zwei Wochen 25.000 BTC von zentralisierten Börsenplattformen abgezogen wurden, laut Coinglass.

Ein bedeutender Wandel hat gerade stattgefunden: Bitcoin-ETFs und Unternehmensschatzkammern halten nun gemeinsam mehr Bitcoins als Börsenplattformen.

Dies ist eine strukturelle Veränderung im Angebot, die von der sofortigen Verfügbarkeit (an Börsen) zur langfristigen Lagerung (Cold Storage/Custody) migriert. Ethereum folgt einem ähnlichen Verlauf, mit Guthaben auf Börsen auf dem niedrigsten Stand seit einem Jahrzehnt.

Für Vermögensverwalter ist die Lesart klar: Institutionelle Investoren nutzen Rückgänge, um zu akkumulieren, ohne den Preis nach oben zu treiben, und verengen damit den verfügbaren Float.

Am Mittwoch zu beobachten: die Geldpolitik der Fed

Kurzfristig bleibt der Katalysator makroökonomisch. Das Treffen der Federal Reserve an diesem Mittwoch ist entscheidend. Während eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bereits vom Markt eingepreist wurde, wird der Fokus auf dem Management der Bilanz der Fed liegen.

Jedes Signal, das auf eine Änderung der Liquiditätsstrategie hinweist (zum Beispiel eine verdeckte quantitative Lockerung), könnte als Funke für risikoreiche Vermögenswerte wie Aktien und Kryptos wirken.

Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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