Revolut setzt auf Frankreich und Krypto, um die Finanz-Superapp von morgen zu werden

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Eine Milliarde Euro Investition, 200 Neueinstellungen, eine europäische Zentrale in Paris... Und eine sehr klare Ambition: Krypto zu einem wichtigen Wachstumstreiber machen.

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Dies ist mehr als nur ein Schritt. Mit der Ankündigung am Montag, ein europäisches Zentrum in Paris einzurichten, sendet Revolut ein starkes Signal an seine 5 Millionen französischen Kunden - und an den gesamten Finanzsektor. Neben der Rekrutierung von 200 Mitarbeitern in der Hauptstadt plant die britische Neobank, bei der ACPR eine Genehmigung als Kreditinstitut zu beantragen.

Das Ziel? Stärkung der Glaubwürdigkeit angesichts des harten Wettbewerbs durch traditionelle Banken (BoursoBank, Trade Republic usw.) und vor allem die Schaffung einer Grundlage für eine langfristige Entwicklung in Frankreich.

Doch über den politischen und industriellen Coup hinaus verdient ein weiterer Teil von Revoluts Plan besondere Aufmerksamkeit: sein Aufstieg im Bereich der Kryptoassets.

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Krypto, ein strategischer Wachstumstreiber

Lange auf einen einfachen Handelsdienst in seiner mobilen App beschränkt, hat Revoluts Kryptoangebot an Umfang gewonnen. Im Jahr 2024 erzielte die "Wealth"-Sparte, die Börsen- und Kryptodienste vereint, Einnahmen in Höhe von 506 Millionen Pfund, verglichen mit 127 Millionen Pfund im Jahr 2023. Ein Wachstum von 298 %, das hauptsächlich durch das erneute Interesse an digitalen Vermögenswerten angetrieben wurde.

Dieser Erfolg hat die Neobank dazu veranlasst, einen Schritt weiter zu gehen: Im März 2024 startete Revolut "Revolut X", eine Kryptoplattform, die sich an erfahrenere Händler richtet, mit auf 0 % reduzierten Gebühren für Maker-Orders, mehr als 200 gelisteten Kryptowährungen und einer professionellen Benutzeroberfläche, die darauf abzielt, mit etablierten Börsen wie Binance, Kraken oder Coinbase zu konkurrieren.

Gleichzeitig hat Revolut sein Krypto-Team verstärkt, das nun mehr als 100 Vollzeitmitarbeiter umfasst, und die Anzahl der Funktionen für die breite Öffentlichkeit erhöht: Abhebungen auf externe Wallets, Kryptozahlungen, Preisalarme, Staking bestimmter Token usw. Im Jahr 2024 verarbeitete Revolut laut internen Daten ein Krypto-Volumen von über 1,1 Milliarden US-Dollar, ein Rekord für das Unternehmen.

Ein eigener Stablecoin in der Pipeline?

Der nächste Schritt? Die Einführung eines nativen Stablecoins unter der Marke Revolut. Laut CoinDesk arbeitet die Neobank seit mehreren Monaten an einem Stablecoin in Dollar, der mit Tethers USDT oder Circles USDC konkurrieren würde, jedoch mit einer stärker auf den Einzelhandel ausgerichteten Ambition: für alltägliche Zahlungen durch Nutzer der App verwendet zu werden.

Sollte dieses Projekt erfolgreich sein, würde Revolut zu einer der ersten europäischen Fintechs werden, die ihren eigenen Stablecoin einführt, während sie ihre Nutzerbasis - 40 Millionen weltweit, darunter 5 Millionen in Frankreich - nutzt, um die Akzeptanz zu beschleunigen.

Eine Lizenz in Frankreich zur Steigerung der Unternehmensglaubwürdigkeit

Revoluts Wunsch, eine langfristige Präsenz in Frankreich zu etablieren, bedeutet nicht, dass es seine historische Basis in Litauen aufgibt. Das baltische Land wird weiterhin das Zentrum für die Überwachung seiner Aktivitäten in Mittel- und Osteuropa bleiben, während Paris Westeuropa steuern wird.

Laut unseren Informationen wurde Revolut von seinen Aktionären gedrängt, eine Banklizenz in Westeuropa zu erhalten, um Glaubwürdigkeit zu gewinnen. Die derzeit von der litauischen Zentralbank ausgestellte Lizenz würde die Unternehmensbewertung im Hinblick auf einen Börsengang begrenzen...

>> Malta, ein Eldorado für Kryptounternehmen, zwischen Schnelligkeit und regulatorischer Nachlässigkeit

"Wir sind eine der wenigen Banken, die tatsächlich in allen 27 Ländern der Europäischen Union tätig sind", berichtet Les Echos Pierre Decotte, Revoluts Group Risk and Compliance Director. "Diese zweigleisige Aufstellung ist eine Antwort auf unser Bedürfnis nach regulatorischer Agilität."

Mit der Kombination eines zunehmend umfassenden Bankangebots (Hypothekendarlehen im Test, französisch regulierte Produkte in Vorbereitung) und einer entschlossenen Positionierung auf digitale Vermögenswerte spielt Revolut auf beiden Seiten. Damit hofft es, die erste europäische Finanz-"Superapp" zu werden, die mit asiatischen Giganten wie WeChat oder Grab konkurrieren kann.

Krypto als zentraler Baustein von Revoluts Zukunft

Durch seine technologischen Entscheidungen und territoriale Expansion sendet Revolut eine klare Botschaft: Krypto ist nicht mehr ein Lockangebot, sondern ein strategisches Standbein seines Geschäftsmodells. Dies ist eine rechtzeitige Entwicklung, da die Nutzung explodiert - im April erreichte das Volumen der Stablecoins auf Ethereum ein Allzeithoch von 908 Milliarden Dollar - und immer mehr traditionelle Finanzakteure versuchen, sich zu positionieren.

Im Jahr 2024 überstiegen die Handelsvolumina von Stablecoins alle von Visa abgewickelten Transaktionen.

Wenn es Revolut gelingt, seine französische Banklizenz zu sichern und seine Kryptoplattform in einem zunehmend strengen regulatorischen Umfeld (MiCA, TFR...) durchzusetzen, könnte Revolut zu einer der bevorzugten Schnittstellen zwischen traditioneller und dezentraler Finanzwelt werden.

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Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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