Es ist eine Ankündigung, die Bände spricht über die Transformation, die im traditionellen Finanzwesen im Gange ist. Sopra Steria, ein europäischer Schwergewichtler im Bereich digitaler Dienstleistungen, startet Sopra Crypto Solutions, ein White-Label-Angebot, das speziell für Banken entwickelt wurde, die ernsthaft in Krypto-Assets einsteigen möchten.
Der Zeitpunkt ist kein Zufall. Mit dem Inkrafttreten der europäischen MiCA-Verordnung haben Banken eigentlich keine Ausrede mehr, sich dem Thema zu entziehen. Und der Druck steigt: Kunden, insbesondere jüngere, erwarten, dass Krypto-Produkte genauso einfach sind wie die von Fintechs angebotenen.
Mit dieser Lösung möchte Sopra Steria es ihnen ermöglichen, schnell zu agieren, ohne dabei Compliance oder Sicherheit zu opfern. Die Plattform stützt sich auf drei Partner, die bereits fest im Ökosystem etabliert sind: Fireblocks (Vermögenssicherheit), Chainalysis (Compliance) und Wyden (Auftragsausführung). Das Ziel: ein Technologiebaustein, der bereit ist, über API in bestehende Banksysteme integriert zu werden.
"Banken haben endlich regulatorische Klarheit. Unser Angebot erfüllt eine doppelte Anforderung: die Sicherung der Flüsse bei gleichzeitiger Maximierung des Wertes für den Endkunden", fasst Grégory Wintrebert, Direktor der Finanzdienstleistungen bei Sopra Steria, zusammen. "Die Akzeptanz von Kryptos ist nun unvermeidlich und ein strategischer Hebel, um jüngere Generationen anzuziehen und die Wettbewerbsfähigkeit im Finanzökosystem von morgen zu erhalten."
Konkret ermöglicht Sopra Crypto Solutions den Kauf, Verkauf und die Verwahrung von Kryptos über eine anpassbare Plattform. KYC/AML-Tools sind integriert, ebenso wie Funktionen zum automatischen Einfrieren von Konten bei verdächtigen Aktivitäten. Und was die Benutzeroberfläche betrifft, haben Banken die Wahl: ihre eigene zu entwickeln oder die von Sopra Steria angebotene, für Anfänger konzipierte zu nutzen. Eine Einführung in weniger als 6 Monaten wurde vorgeschlagen.
Das französische Unternehmen wird sich anstrengen müssen, da es sich mit mehreren etablierten Anbietern von White-Label-Krypto-Diensten messen muss.
Der erste davon ist Bitpanda Technology Solutions, die Tochtergesellschaft des europäischen Spezialisten Bitpanda, die Krypto-Dienste für mehrere Neobanken wie Lydia Solutions und N26 bereitstellt. Aber der Kuchen wird jeden Monat größer: BoursoBank hat kürzlich die Einführung von Bitcoin-ETFs auf ihrer Plattform angekündigt, und die BPCE-Gruppe wird 2025 ein Krypto-Angebot starten.
>> The Big Whale Report: Wie traditionelle Institutionen in Kryptos einsteigen
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