Einzahlung von Euro über eine mobile App und Zinsen in Stablecoins sammeln, ohne jemals den Eindruck zu haben, mit der Blockchain zu interagieren. Dieses Szenario ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern Realität. Innerhalb weniger Wochen haben zwei junge Fintechs, Bleap und Deblock, die fortschrittlichsten DeFi-Protokolle auf dem Markt - Angle und Morpho - in ihre Schnittstellen integriert, um ihren Nutzern eine Krypto-Alternative zu traditionellen Sparbüchern zu bieten.
Ein Wandel vollzieht sich. Lange das Vorrecht von Insidern, schleicht sich die dezentrale Finanzierung nun hinter den Kulissen von Fintech-Schnittstellen ein. White Label, diskret, aber sicher.
>> Krypto-Zahlungskarten: der Vergleich 2025
Eine unsichtbare, aber mächtige DeFi-Schicht
Ab dieser Woche können Deblock-Nutzer "Spar-Tresore" aktivieren, um ihre Euro oder Stablecoins zu vermehren. Das Prinzip: eine flexible Einzahlung, ohne Sperrfrist, mit Renditen von bis zu 6 %, abhängig vom Nutzerplan (kostenlos, Premium oder nativ).
An der Spitze der Infrastruktur: Morpho, ein französisches DeFi-Protokoll, bekannt für seine Renditeoptimierungsstrategien und Sicherheitsgarantien, sowie Yield.xyz.
Praktisch werden die eingezahlten Gelder automatisch über DeFi-Aggregatoren wie Morpho eingesetzt, ohne dass der Nutzer mit einer Krypto-Wallet wie Metamask oder Rabby interagieren muss.
"Diese Spar-Tresore machen DeFi für Anfänger zugänglich", betont Claire Balva, verantwortlich für die Strategie bei Deblock. "6 % auf Stablecoins zu erzielen, ist normalerweise Insidern vorbehalten, wir werden es ermöglichen, dies vom Euro-Girokonto aus in nur zwei Klicks zu tun."
Ein Ansatz, der sich auch bei Bleap findet, einer weiteren mobilen Anwendung, die sich Anfang des Jahres entschied, Angle, das von Pablo Veyrat entwickelte Sparprotokoll, zu integrieren. "Unser Ziel ist es, das Backend für stabile Ersparnisse zu werden, sowohl in der nativen Krypto-Welt als auch in Anwendungen für die breite Öffentlichkeit", sagt der Unternehmer.
>> Deblock sammelt 16 Millionen Euro ein
Benutzererfahrung an erster Stelle
Mit diesen Integrationen versuchen Fintechs, zwei Welten zu vereinen, die bisher wenig miteinander zu tun hatten: die der ultra-vereinfachten Web2-Schnittstellen und die der komplexen Web3-Protokolle.
Bei Bleap kann ein Nutzer beispielsweise Stablecoins mit Apple Pay kaufen und die Gelder dann direkt in eine auf Angle basierende Sparbox einzahlen. Der Zinssatz wird angezeigt, die Erträge beginnen sofort, und Abhebungen sind jederzeit kostenlos. "Alles ist automatisiert, wir zahlen ihnen 90 % der Rendite und behalten 10 % für uns", fügt Pablo Veyrat hinzu.
Diese scheinbare Einfachheit verbirgt eine ausgeklügelte Technik. Bei Angle können die Gelder beispielsweise zwischen verschiedenen Chains (Ethereum, Arbitrum, Base) umgeschichtet werden, um eine einheitliche Rate zu gewährleisten, unabhängig von der Umgebung. Ein riskantes technologisches Wagnis, aber ein ehrgeiziges.
>> Aave vs Morpho: das große Kreditduell
Fintechs und DeFi: eine Allianz der Umstände
Die Entscheidung der Fintechs, sich auf DeFi-Protokolle zu stützen, ist nicht trivial. Sie folgt einer doppelten Logik: Produkte mit hohem Mehrwert anzubieten, ohne die Infrastruktur selbst aufzubauen, und sich mit Renditen zu positionieren, die traditionelle Märkte nicht bieten können.
"Was wir anbieten, ist nicht unbedingt das Produkt mit der höchsten Rendite in DeFi, aber es ist ein sehr stabiles, sehr sicheres Produkt, das wirklich skalieren kann", stimmt Pablo Veyrat zu.
Bei Deblock herrscht die gleiche Logik. Durch die Segmentierung der Nutzer nach ihrem Preisplan optimiert das Startup den Zugang zur Performance und stellt gleichzeitig ein nachhaltiges Geschäftsmodell sicher. Für Premium-Kunden erhebt Deblock keine Gebühren. Für andere wird eine Provision auf die Zinsen (nicht auf das Kapital) erhoben, ähnlich wie bei einigen Neobanken.
>> The Big Whale Report - DeFi & TradFi: die große Konvergenz
Eine noch zögerliche Akzeptanz bei den Giganten
Es bleibt eine zentrale Frage: Werden die großen Fintechs wie Revolut diesem Trend folgen? Für Pablo Veyrat ist es nur eine Frage der Zeit, aber es gibt noch einen langen Weg zu gehen.
"Für diese Akteure wird DeFi immer noch als Risiko wahrgenommen. Es gab Hacks, und sie haben nicht unbedingt die Expertise, um die Protokolle zu bewerten. Die erste Phase wird sicherlich nicht-kustodiale Produkte umfassen, wie es Bitpanda tut. Dann werden die stärker integrierten Angebote folgen."
>> Revolut setzt auf Frankreich und Krypto, um die Finanz-Superapp von morgen zu werden
Für Paul Frambot, Mitbegründer von Morpho, ist der Schritt unumkehrbar:
"Fintechs sind natürliche Partner für DeFi, und ihr Übergang zu On-Chain-Infrastrukturen wird einer der Haupttreiber für institutionelles Interesse sein. Die Logik ist einfach: Historisch gesehen haben Fintechs Finanzprodukte von großen Vermögensverwaltern wie BlackRock oder Fidelity vertrieben. Aber indem sie nun ihre eigenen Infrastrukturen auf der Blockchain kontrollieren, werden sie sich von diesen traditionellen Akteuren emanzipieren."
Er fährt fort:
"Vermögensverwalter stehen vor dem Risiko der Disintermediation. Um dem entgegenzuwirken, müssen sich diese Vermögensverwalter ebenfalls On-Chain positionieren. Wenn ein Fintech DeFi-Lösungen wie Morpho zur Verwaltung seiner Produkte nutzt, ist es für einen Vermögensverwalter unerlässlich, kompatibel zu sein. Dies erzeugt einen Schneeballeffekt, bei dem Institutionen keine andere Wahl haben, als in das Blockchain-Ökosystem einzutreten."
>> The Big Whale Report - Krypto-Investitionsangebote: Europäische Institutionen bereit zum Abheben







%201.png)






%201.png)
%201.png)


%201.png)



%201.png)


