Was wäre, wenn Gold wieder zu einem Vermögenswert der Zukunft würde? Das ist die kühne Wette von Bity, dem Schweizer Unternehmen, das sich auf Krypto-Dienstleistungen spezialisiert hat und ein neues tokenisiertes Goldangebot auf den Markt bringt. Im Gegensatz zu ETFs und anderen Produkten, die durch gepoolte Gold-"Pools" gedeckt sind, entspricht hier jedes Gramm einem echten physischen Barren, der in der Schweiz gelagert und mit einem einzigartigen NFT verknüpft ist.
"Wir wollen zeigen, dass Gold, wie Bitcoin, ein zeitloser Wertspeicher ist", erklärt Melissa Song, CEO von Bity. "Viele junge Menschen verbinden Gold mit einer traditionellen, fast antiquierten Investition - der ihrer Eltern. Wir wollen diese Wahrnehmung durchbrechen."
Die gewählte Methode: Tokenisierung, d.h. die Verbindung eines physischen Vermögenswerts mit einem manipulationssicheren digitalen Zertifikat. Bity kauft Goldbarren direkt von Metalor, einem der größten Raffinerien der Schweiz. Jeder Barren - erhältlich in Größen von 1g bis 1kg - wird fotografiert, mit seiner Seriennummer registriert und dann in ein NFT umgewandelt. Dieses "Eigentumszertifikat" wird dann auf der Blockchain Internet Computer (ICP) gehostet.
"Mit der Tokenisierung können Sie einen echten Goldbarren besitzen, ohne ihn unter Ihrem Bett lagern zu müssen", lächelt Melissa Song. Und wenn der Drang besteht, das Gold abzuholen, müssen Sie nur bei Metalor oder Loomis erscheinen, wo es in sicheren Tresoren zusammen mit Ihrem NFT aufbewahrt wird.
Ein transparenteres, granulareres Modell
Gold-ETFs (wie die von BlackRock) bieten Ihnen eine Preisexponierung gegenüber Gold, aber nicht das Gold selbst. Sie kaufen ein Recht, kein Eigentum. Noch schlimmer: Sie können nicht physisch eine Unze abheben, selbst wenn Sie es wollen.
Die gleiche Logik gilt für Token wie PaxGold oder Tether Gold: Diese Lösungen, die durch große Mengen gepoolten Goldes gedeckt sind, garantieren keine direkte Übereinstimmung zwischen dem Token und einem Goldbarren. Und physische Abhebungen sind oft großen Volumina von 400g oder mehr vorbehalten.
"Unsere Lösung ist kein Papiergold", sagt Michael Peterer, COO von Bity. "Jedes NFT entspricht einem präzisen, identifizierbaren Barren, der physisch in der Schweiz gelagert wird. Es ist kein Recht auf einen Bestand, es ist ein individuelles Eigentum."
Die Möglichkeit, Gold ab nur 1 Gramm ohne Mindestmenge abzuheben, macht das Produkt viel zugänglicher. "Es gibt einen wichtigen psychologischen Aspekt: Ihren Goldbarren zu besitzen, mit Ihren Fotos, Ihrem Zertifikat, das ist konkret und beruhigend", betont Michael Peterer.
Ein weiteres starkes Argument: Es werden keine Lager- oder Versicherungskosten berechnet. Diese Kosten sind in die Margen von Bity integriert, was das Produkt langfristig wettbewerbsfähig macht. Und im Falle einer Insolvenz? "Die Goldbarren bleiben dank spezifischer Verträge segregiert und außerhalb der Bilanz. Der Inhaber des NFTs bleibt der rechtliche Eigentümer", erklärt Melissa Song.
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Digitale Sicherheit und Souveränität
Die Wahl des Internet Computer (ICP) anstelle von Ethereum mag überraschen. Aber es ist eine bewusste Entscheidung.
"Ethereum ist heute dominant, aber sehr begrenzt für die Speicherung großer Dateien wie Fotos oder PDF-Zertifikate", erklärt Michael Peterer. Im Gegensatz dazu ermöglicht ICP die Speicherung aller Metadaten direkt auf der Blockchain, ohne auf externe Server oder IPFS angewiesen zu sein. "Dies garantiert die Integrität des Zertifikats auf lange Sicht."
Für einen Vermögenswert, der so greifbar und symbolisch wie Gold ist, ist diese digitale Zuverlässigkeit zentral. "Auf ICP werden Daten wirklich "on-chain" gespeichert. Das stärkt das Vertrauen."
Eine neue Ära für Gold?
Die Ambition von Bity geht über einfache technologische Innovation hinaus. Es geht auch darum, Gold mit einer jüngeren Generation zu versöhnen, die an digitalen Besitz, die Transparenz von Blockchains und vermögenswerte ohne Zwischenhändler gewöhnt ist.
"Wir wollten ein Produkt entwickeln, das die Solidität von Gold mit der Modernität der Blockchain verbindet", schließt Melissa Song. Das Ergebnis? Eine hybride Form der Investition, greifbar und digital, praktisch und souverän, die Gold möglicherweise zu seinem früheren Glanz zurückführen könnte... Version 3.0.
>> TBW-Bericht: Ist die Tokenisierung die Zukunft der Finanzen?







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