Am 24. Oktober, als Auftakt zur Plan B-Konferenz über Bitcoin in Lugano, eröffnete Tether-CEO Paolo Ardoino die Veranstaltung mit einer Erklärung: "Wir haben es geschafft. Bitcoin wird nun als Wertspeicher anerkannt. ETFs und die Gemeinschaft haben zu dieser Anerkennung beigetragen, aber was ist nun der nächste Schritt?"
Diese Aussage spiegelt die Entwicklung von Bitcoin seit seiner Entstehung im Jahr 2008 wider (das Whitepaper feiert heute seinen 16. Geburtstag): eine disruptive Währung zu sein, die die drei grundlegenden Funktionen als Rechnungseinheit, Wertspeicher und Tauschmittel erfüllt.
Heute müssen wir zugeben, dass wir noch nicht vollständig dort angekommen sind. Während es als Wertspeicher wahrgenommen wird, vergleichbar mit Gold, ist Bitcoin in den anderen beiden Aspekten tatsächlich viel weniger präsent.
Es bleibt als Rechnungseinheit begrenzt: Preise werden weiterhin in EUR oder USD indiziert, selbst auf Kryptoplattformen, und seine Akzeptanz als Tauschmittel wird weiterhin durch gesetzliche Herausforderungen behindert.
Die Akteure im Ökosystem neigen daher dazu, die Idee aufzugeben, traditionelle Währungen zu ersetzen, zugunsten der reibungslosen Integration von Bitcoin in die globale Wirtschaft.
Bitcoin wird als stabile und dezentrale Lösung angesehen, die in der Lage ist, nationale Währungen zu stärken, dank der Unterstützung von Stablecoins (wie USDT und USDC), die als Absicherung gegen Inflation in fragilen Volkswirtschaften wie Argentinien und der Türkei verwendet werden.
Es ist zudem kein Zufall, dass gleichzeitig auf einer Konferenz in Kasan, Russland, die BRICS (Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika) eine Reform des Finanzsystems in Erwägung zogen, um ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern.
In diesem Kontext positionierte Ardoino Bitcoin als einen Schlüsselakteur, der die aktuelle Finanzordnung begleiten kann: "Bitcoin zielt nicht darauf ab, das Finanzsystem zu demontieren, sondern es zu stärken, indem Lösungen integriert werden, die Inklusion, Sicherheit, Compliance und Privatsphäre fördern." Was für ein langer Weg von der ursprünglichen, disruptiven Idee von Bitcoin!
Technologische Fortschritte
Während der Konferenz richtete sich die Aufmerksamkeit auch auf technologische Fortschritte bei Bitcoin. Jimmy Song, Unternehmer und Pädagoge, beschrieb Bitcoin als potenzielle Ergänzung zu traditionellen Finanzsystemen, während Jack Mallers, CEO von Strike, einem Bitcoin-Zahlungsdienstleister, den Wert von Innovationen wie dem Lightning Network und dem Liquid Network für schnelle und sichere Transaktionen hervorhob.
Liquid, konzipiert als Sidechain von Bitcoin, ist eine besonders vielversprechende Lösung zur Erleichterung der Zirkulation von tokenisierten Vermögenswerten, indem schnelle Transfers zwischen Plattformen ermöglicht werden, ohne dass eine direkte Validierung auf der Haupt-Blockchain erforderlich ist.
Adam Back, CEO von Blockstream und Mitentwickler von Liquid, sagte: "Das Liquid Network ermöglicht es Nutzern, privat, schnell und sicher zu transagieren, während sie von der Robustheit von Bitcoin als Kern-Blockchain profitieren." Diese Innovationen, wie Liquid und das Lightning Network, könnten auch in die Infrastrukturen digitaler Zentralbankwährungen (Euro Digital) integriert werden, Technologien, die mit denen von Bitcoin konvergieren, um Anforderungen an Geschwindigkeit, Sicherheit und Vertraulichkeit zu erfüllen.
Schließlich zeigen diese Diskussionen, ob in Lugano oder Kasan geführt, eine Konvergenz von Ideen: Die Zukunft der Finanzen könnte sich durch innovative Ansätze gestalten, bei denen die Blockchain-Technologie unverzichtbar geworden ist. Es bleibt abzuwarten, ob die sogenannten traditionellen Währungen, wie der Dollar und der Euro, ihre Hegemonie behalten werden.







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