Vor zwei Monaten an der Spitze von Coinbase France angekommen, intensiviert Côme Prost-Boucle seine Treffen mit der Kryptoindustrie. Sein Ziel? Die US-Plattform zum neuen Schwergewicht auf dem französischen Markt zu machen.
Sie haben im Februar die Leitung von Coinbase France übernommen. Wie verliefen Ihre ersten zwei Monate?
Sehr gut, auch wenn es mit der NFT Paris im Februar und der Paris Blockchain Week im April sehr intensiv war! Dies sind zwei unverzichtbare Veranstaltungen, die zeigen, wie wichtig der französische Markt geworden ist. Tatsächlich haben wir deshalb ein Büro in Paris eröffnet.
Was bedeutet Frankreich für Coinbase?
Wie der Bericht der Association for the Development of Digital Assets (Adan) sehr gut gezeigt hat, ist Frankreich ein wichtiger Markt für die Kryptoindustrie. Mehr als jeder zehnte Franzose hat bereits Kryptos gekauft (12 %) und wir sind überzeugt, dass diese Zahlen weiter steigen werden, um sich denen des Vereinigten Königreichs, Deutschlands und der Niederlande anzunähern.
Der Adan-Bericht zeigte auch, dass Coinbase bereits mehr als 10 % Marktanteil in Frankreich hat. Ist es ein Vorteil, mit einer bestehenden Kundenbasis zu starten?
Ja, natürlich, und wir möchten auf dieser Nutzerbasis aufbauen. In den nächsten Monaten werden wir daran arbeiten, unsere Produkte so nah wie möglich an unser französisches Publikum anzupassen. Wir müssen das beste Onboarding, die beste Handelsplattform haben, und natürlich werden wir weiterhin auf unsere Kunden hören.
Die Ankunft von Coinbase in Frankreich hat nicht die gleiche Kritik hervorgerufen wie die von Binance im Jahr 2022. Wie erklären Sie das?
In der Tat, aber ohne zu sehr ins Detail zu gehen, denke ich, dass es daran liegt, dass Coinbase einen ausgezeichneten Ruf hat. Wir sind seit über 10 Jahren im Geschäft, sind börsennotiert, reguliert und haben zig Millionen Kunden. Eine Marke wie Coinbase in Frankreich zu haben, ist eine großartige Nachricht für das gesamte Ökosystem.
In einem früheren Interview mit uns erklärte Nana Marugesan, dass Coinbase nicht alles selbst machen möchte, sondern Partnerschaften benötigt. Welche Partnerschaften planen Sie in Frankreich?
Das Ziel von Coinbase ist es, überall auf der Welt die bestmöglichen Dienstleistungen anzubieten. Die Zusammenarbeit mit lokalen Akteuren war schon immer unsere Strategie. Daran arbeiten wir in Frankreich. Wir sind in Gesprächen mit vielen von ihnen.
Planen Sie spezifische Ankündigungen wie die Schaffung von Arbeitsplätzen oder ein Programm für Start-ups? Ohne Sie immer vergleichen zu wollen, hat Binance bei seiner Ankunft in Frankreich ein Programm für Start-ups in Zusammenarbeit mit Station F, dem größten Inkubator in Europa, ins Leben gerufen.
Ja, natürlich, wir wollen der Marktführer in Frankreich werden, also werden wir viele Dinge tun, aber nicht unbedingt auf die gleiche Weise wie unsere Wettbewerber. Da wir 1 Milliarde Nutzer von Onchain-Produkten gewinnen wollen, werden wir alle uns zur Verfügung stehenden Mittel einsetzen, um dies zu erreichen, insbesondere um Entwicklern zu helfen, die richtigen Tools und Anwendungen zu erstellen.
Apropos Anwendungen, Ihre Blockchain Base erfreut sich einiger Beliebtheit. Ist dies auch in Frankreich der Fall? Haben Sie Base-Entwickler in Frankreich?
Wir haben unseren ersten Hackathon auf Base während der NFT Paris organisiert und möchten weitere durchführen. Wir erleben einen echten Hype um Base, das für uns zu einem ziemlich unglaublichen Asset geworden ist. Um 1 Milliarde Menschen für Onchain-Produkte zu gewinnen, benötigen wir Anwendungen, und es ist auf Base, dass wir diese Anwendungen erstellen werden.
Nach dem Modell dessen, was Apple mit dem App Store gemacht hat?
Das ist eine Möglichkeit, es zu betrachten.
Konzentrieren Sie sich mehr auf Privatkunden oder Unternehmen?
Coinbase hat 3 Säulen. Es gibt den Infrastrukturbereich mit Base, es gibt natürlich Privatkunden und schließlich Unternehmenskunden, die Investmentfonds, Vermögensverwalter und Banken sind. Es gibt ein erhebliches Interesse von institutionellen Kunden, insbesondere in Europa.
Was ist Ihr Ziel für das Jahresende in Frankreich?
Wir wollen die Marktführer in Frankreich werden, das bedeutet also, unsere Nutzerzahl und unsere Einnahmen zu steigern. 80 % unserer Einnahmen stammen immer noch aus den Vereinigten Staaten, daher müssen wir Märkte wie Frankreich stärken.
Die europäische MiCA-Regulierung spaltet die Branche. Einige spielen den Musterschüler, während andere erklären, dass sie MiCA ignorieren werden. Auf welcher Seite stehen Sie?
Wir stehen eindeutig auf der Seite der Regulierung. Es ist allgemein bekannt, dass wir MiCA als Chance für Europa sehen. Start-ups im Ökosystem Sichtbarkeit zu geben, ist fundamental. Ein Teil der US-Industrie und Entwickler ist genau deshalb nach Europa gezogen, weil es dort Sichtbarkeit und regulatorische Stabilität gibt.



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