Circle und Coinbase: Einblick in ihre strategische Allianz über 172 Mio. USD

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Circle hat in einem Dokument den Hintergrund seines Börsengangs und die strategische Bedeutung seiner Allianz mit Coinbase enthüllt. Als wichtiger Distributor, Geschäftspartner und Aktionär spielt die Börse eine zentrale Rolle im USDC-Ökosystem.

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Der Börsengang von Circle, dem Emittenten der Stablecoins USDC und EURC (60 Milliarden US-Dollar und 138 Millionen Euro im Umlauf), offenbart erstmals im Detail das Ausmaß seiner Verbindungen zu Coinbase. Als wichtiger Distributor, langjähriger Partner und Aktionär ist Coinbase ein grundlegender Pfeiler in der Wirtschaft des weltweit zweitgrößten Stablecoins.

Das am Dienstagabend im Zusammenhang mit dem geplanten Börsengang bei der SEC eingereichte Dokument hebt eine mehrdimensionale Geschäftsbeziehung hervor, die um den gemeinsamen Erfolg des USDC strukturiert ist.

172 Millionen US-Dollar an Coinbase gezahlt

Die historische Partnerschaft zwischen Circle und Coinbase geht auf das Jahr 2018 zurück, über das "Centre Consortium", das mit der Entwicklung und Regulierung des USDC beauftragt war. Obwohl Circle im Sommer 2023 die Kontrolle über den USDC allein übernommen hat, hat die Zusammenarbeit mit Coinbase in anderer Form und sehr lukrativ weitergeführt.

Im Jahr 2023 zahlte Circle an Coinbase 172,2 Millionen US-Dollar aus Umsatzbeteiligungen, die durch Zinsen auf die USDC-unterlegten Dollarreserven generiert wurden. Dies entspricht einem Anstieg von 13,6 % gegenüber den 151,5 Millionen im Jahr 2022 und fast 22 % des gesamten Umsatzes von Circle im Jahr 2023 von 779 Millionen US-Dollar.

Zum Vergleich: Diese mit Coinbase geteilten Einnahmen übersteigen die 121 Millionen US-Dollar, die Circle mit allen anderen Vertriebspartnern zusammen generierte.

Ein bedeutender Vertriebskanal

Der Einfluss von Coinbase beschränkt sich nicht nur auf den finanziellen Aspekt. Im Jahr 2023 wurden 30 % der von Circle ausgegebenen USDC über Coinbase abgewickelt, was die Plattform zum führenden Distributor macht. Im Jahr 2022 lag dieser Anteil sogar noch höher, bei 36 %, was auf eine jüngste Diversifizierung von Circle hinweist, aber die dominierende Rolle von Coinbase bei der Inumlaufbringung des Stablecoins bestätigt.

Coinbase ist auch ein wichtiger Vermittler für die Strategie zur Einführung von Stablecoins: Seine Nutzerbasis, die auf mehr als 100 Millionen verifizierte Kunden geschätzt wird, ist ein wesentlicher Wachstumsfaktor.

Die Entwicklung der Base-Blockchain, die von Coinbase auf Ethereum aufgebaut wurde, wird in den Dokumenten von Circle zudem als bedeutende Chance für die dezentralen Anwendungsfälle des USDC identifiziert.

>> Wie Base Coinbase nutzt (und umgekehrt)

>> Base: Analyse der von Coinbase entwickelten L2

Ein Vertrag bis 2027 gesichert

Circle und Coinbase unterzeichneten im August 2023 eine neue kommerzielle Vereinbarung, die mindestens vier Jahre, bis August 2027, dauern soll. Die Vereinbarung sieht vor, dass Zinserträge aus USDC-Reserven anteilig zu dem Anteil der Umlaufmenge, die über Coinbase abgewickelt wird, geteilt werden.

Sie gibt Coinbase auch ein Mitspracherecht bei bestimmten Aspekten der USDC-Governance und enthält Strafklauseln, falls Circle ohne vorherige Zustimmung einen konkurrierenden Stablecoin herausgibt.

Das Dokument von Circle betont ausdrücklich, dass die Abhängigkeit von Coinbase ein Risiko darstellt: Jede Beendigung der Partnerschaft, jede Änderung in der Strategie von Coinbase oder sogar eine einfache Änderung der Kontrolle über dessen Kapital könnte "eine wesentliche nachteilige Auswirkung" auf die Finanzergebnisse von Circle haben.

Coinbase, auch ein Circle-Aktionär

Das Börsengang-Dokument offenbart auch, dass Coinbase etwa 13,8 % des Aktienkapitals von Circle in Form von Class-A-Aktien hält. Dies macht Coinbase zu einem der größten Aktionäre des Unternehmens, obwohl es kein entscheidendes Stimmrecht hat. Der Anteil von Coinbase hat sich seit der ursprünglichen Vereinbarung leicht verringert, bleibt jedoch strategisch, insbesondere im Hinblick auf die USDC-Umsatzbeteiligungsvereinbarung.

Diese Kapitalverbindung verstärkt die Logik der Ausrichtung zwischen den beiden Unternehmen, fügt jedoch auch zur strukturellen Abhängigkeit hinzu, die Circle bei seinem Hauptpartner anerkennt. In seinem Börsengang-Dokument gibt Circle an, dass die wirtschaftlichen Interessen von Coinbase in Zukunft abweichen könnten, was ein potenzielles Risiko darstellt.

Binance: ein strategischer Bruch

Der Börsengang dokumentiert auch das Ende einer wichtigen Partnerschaft mit Binance. Im September 2022 kündigte Binance an, dass es den USDC nicht mehr auf seiner Plattform anzeigen würde, zugunsten seines eigenen Stablecoins BUSD. Diese Entscheidung führte zu einem starken Rückgang der USDC-Umlaufmenge, insbesondere auf internationalen Märkten.

Circle offenbart, dass das Ende der nativen USDC-Integration auf Binance zu einem Rückgang der Kapitalisierung seines Stablecoins um mehr als 10 Milliarden US-Dollar in nur wenigen Monaten geführt hat. Das Papier besagt, dass Circle als Reaktion darauf Gespräche mit anderen Börsen, darunter Kraken, OKX und Bybit, aufgenommen hat, um den Verlust der Präsenz auf Binance auszugleichen.

Seit dem Rückzug von BUSD im Jahr 2023 (nach SEC-Verfahren gegen Binance) sagt Circle, dass es allmählich Boden zurückgewonnen hat, aber noch nicht wieder auf dem Niveau vor dem Bruch ist: Die Kapitalisierung des USDC ist von 55 Milliarden US-Dollar Anfang 2022 auf etwa 24 Milliarden US-Dollar Ende 2023 gefallen.

Dennoch überschritt sie im ersten Quartal 2025 die Marke von 60 Milliarden US-Dollar, ein Allzeithoch für Circle. Ein Beweis dafür, dass sich der Trend erheblich gewendet hat, auch wenn der Weltmarktführer Tether (144 Milliarden US-Dollar) noch weit entfernt ist.

>> Jeremy Allaire (Circle): "Wir wollen im Zentrum des globalen Finanzsystems stehen"

Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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