Exklusiv. SWIFT startet auf Linea, um sein "On-Chain"-Modell zu testen
Ask AI TO SUMMARIZE ThIS ARTICLE

Nach monatelangen Verhandlungen hat das "Nachrichtensystem der Banken" beschlossen, mit Linea zusammenzuarbeiten, um zu prüfen, wie sein Interbank-Nachrichtensystem auf die Blockchain umgestellt werden kann. Mehrere große Banken werden an der Testphase teilnehmen. Ein Stablecoin wird ebenfalls untersucht.

Your 2 free articles this month are up

The research your peers are already leveraging

The Big Whale gives financial institutions the market intelligence, network, and platform to move with confidence in digital assets. Trusted by 150+ firms.

SWIFT beschleunigt seinen Vorstoß in die Blockchain-Technologie. Laut unseren Informationen hat das Interbankennetzwerk Linea, die von der amerikanischen Firma Consensys entwickelte Layer-2-Lösung, ausgewählt, um mit der Umstellung seines Nachrichtensystems "onchain" zu experimentieren. Mehr als ein Dutzend Banken nehmen an dem Versuch teil, darunter BNP Paribas und BNY Mellon.

"Das Projekt wird mehrere Monate benötigen, um das Licht der Welt zu erblicken, aber es verspricht eine bedeutende technologische Transformation für die internationale Interbankenzahlungsbranche," verrät eine Quelle bei einer der teilnehmenden Banken.

Ebenfalls laut unseren Informationen arbeitet SWIFT, das 11.000 Banken vereint, an einem "Interbankentoken".

SWIFT, das in den 1970er Jahren gegründet wurde, ist keine Bank oder ein Zahlungssystem im eigentlichen Sinne. Es handelt sich um ein sicheres Nachrichtensystem, das es Finanzinstituten ermöglicht, Zahlungsanweisungen in einem standardisierten Format auszutauschen. Jedes Institut hat einen einzigartigen Code, genannt BIC oder SWIFT-Code, der seine Identifizierung ermöglicht.

Wenn ein französisches Unternehmen beispielsweise einen brasilianischen Lieferanten bezahlen muss, sendet die Bank des Käufers eine Nachricht im MT103-Format über SWIFT an die Bank des Verkäufers oder an eine Korrespondenzbank, falls keine direkte Beziehung besteht. Das Geld selbst zirkuliert nicht über SWIFT: Es wird über die Konten abgewickelt, die die Banken untereinander halten, sogenannte Nostro/Vostro-Konten, oder über die nationalen Abwicklungssysteme.

Diese Architektur hat SWIFT zum Rückgrat der internationalen Finanzwelt gemacht, mit mehr als 11.000 verbundenen Institutionen und Milliarden von ausgetauschten Nachrichten jedes Jahr. Dennoch bleibt es umständlich, abhängig von mehreren Relais und basiert auf einer zentralisierten Infrastruktur.

Warum Linea?

In diesem Kontext interessiert sich SWIFT für Blockchains. Laut unseren Informationen glaubt das Bankenkonsortium, dass diese Technologien eine höhere Geschwindigkeit, Transparenz und Programmierbarkeit bei der Zahlungsabwicklung bieten könnten, ohne die Notwendigkeit strenger Kontrollen in Frage zu stellen.

Die Wahl von Linea, einem Ethereum Second-Layer-Netzwerk, ist nicht zufällig. Entwickelt von Consensys, konzentriert sich Linea auf Transaktionsvertraulichkeit durch den Einsatz fortschrittlicher kryptografischer Beweise.

>> Fundamentalanalyse von Linea

Ein entscheidender Vorteil für SWIFT und seine Partner, die bestrebt sind, die Versprechen der Blockchain mit den Anforderungen der Banken, insbesondere in Bezug auf Datenschutz und regulatorische Compliance, in Einklang zu bringen.

>> Sharplink, der Arm von Consensys und Linea

Was die Blockchain verändern könnte

In einem zukünftigen Szenario könnte eine internationale Überweisung nicht mehr eine Abfolge von Nachrichten und entsprechenden Konten beinhalten. Die Zahlungsanweisung und deren Abwicklung könnten in einer einzigen On-Chain-Transaktion zusammengeführt werden, die gleichzeitig von den Netzwerkteilnehmern validiert wird.

Eine Zahlung zwischen einer europäischen Bank und einer asiatischen Bank könnte beispielsweise auf Linea als sichere Transaktion aufgezeichnet werden, mit Echtzeit-Transparenz über ihren Fortschritt, reduzierten Kosten und erhöhter Interoperabilität mit anderen tokenisierten Finanzanlagen (Anleihen, Aktien, Stablecoins).

>> Neun europäische Banken schließen sich zusammen, um einen Euro-Stablecoin zu lancieren

Die Ankündigung markiert jedoch keinen sofortigen Wechsel. Unsere Bankquellen deuten darauf hin, dass es mehrere Monate der Entwicklung und Tests erfordern wird, bevor es zum ersten Mal live geht. Die technischen Herausforderungen sind zahlreich: die Verbindung mit bestehenden Bankensystemen, die Einhaltung von Compliance-Standards, die Robustheit der Vertraulichkeitsmechanismen.

Derzeit handelt es sich also um einen explorativen Pilotversuch, der jedoch bereits einen kleinen Kreis führender Finanzinstitute mobilisiert, die darin eine Gelegenheit sehen, sich auf eine mögliche Transformation der globalen Zahlungsinfrastruktur vorzubereiten.

>> The Big Whale Report - Wie Zahlungsspezialisten digitale Vermögenswerte integrieren

Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

See all articles ↗
Aleksandar Bukovski

Aleksandar Bukovski ist Lead Analyst bei The Big Whale, wo er auf decentralized finance und crypto-assets spezialisiert ist. Seine bei The Big Whale veröffentlichten Arbeiten behandeln unter anderem stablecoins, tokenized finance, DeFi protocols, Bitcoin mining und die institutionelle Adoption von digital assets. Zudem moderiert er den Market Call, ein wiederkehrendes Marktanalyseformat von The Big Whale.

Vor seinem Wechsel zu The Big Whale im Februar 2025 war Bukovski fünf Monate lang als Research Analyst bei The Block tätig, einem auf crypto fokussierten Informationsdienstleister, wo sein erklärter Schwerpunkt auf tokenization lag. Er verfügt über einen Ingenieurabschluss in Finance and Financial Management Services sowie einen Masterabschluss in Investment Management, beide von der Faculty of Technical Sciences der University of Novi Sad in Serbien.

See all articles ↗
Abonnieren Sie The Drop
Der führendes wöchentliches Briefing zu digitalen Assets für Finanzinstitute: unabhängige Analysen, Berichte, Benchmarks und exklusive Veranstaltungen, direkt in Ihr Postfach geliefert.
Read by 30,000 professionals
12.–13. November 2026

Der Genfer Gipfel

Das Corporate Gateway: wo über die Zukunft der On-Chain-Finanzierung entschieden wird. 300 handverlesene Entscheidungsträger. Ein gemeinsames Mandat.
300
Entscheidungsträger
2 Tage
Intensivprogramm