Von ETPs zu Staking: Nutzung der On-Chain-Finanzierung

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Am 4. Dezember 2025 veranstaltete The Big Whale ein Frühstücksevent bei Goodwin's in London, in Zusammenarbeit mit Bitwise und Everstake, um die Entwicklung der Kryptowährungsadoption durch institutionelle Akteure zu erkunden.

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Referenten

1. On-Chain-Infrastruktur wird institutionalisiert

  • Everstake betreibt bereits 40.000 Nodes für 7 Mrd. USD gestaked, was zeigt, dass Staking zu einer eigenständigen industriellen Aktivität geworden ist.
  • Der Markt entwickelt sich von rein technischem Staking hin zu einer Logik des On-Chain-Ertrags, die transparente Cashflows bietet, die über Finanzprodukte genutzt werden können.

2. On-Chain-Ertrag etabliert sich als institutionelles Zinsprodukt

  • Institutionen streben an, traditionelle Finanzmärkte um einige Dutzend Basispunkte zu übertreffen, ohne übermäßiges Risiko einzugehen.
  • Der Markt tritt in seine Strukturierungsphase ein: Übergang vom Roh-Staking zu verpackten Produkten (ETP, ETF, Vaults, strukturierte Erträge).
  • Die Differenzierung basiert nun auf der Qualität der Infrastruktur, den gewährten Garantien, dem Sicherheitsniveau und der Kontrolle des Slashing-Risikos.

3. Regulierungsbehörden starten die Welle 2025-2026

  • Das grüne Licht der FCA für Staking außerhalb des Fondsstatus vereinfacht erheblich den Start von Ertragsprodukten.
  • Diese Entscheidung beschleunigt die Standardisierung von ertragsbringenden ETPs/ETFs und öffnet den Zugang für Privat- und Großkunden zu Produkten auf Basis von Staking.
  • Für Verwahrstellen ist dies ein bedeutender Wendepunkt: keine "Chain-by-Chain"-Genehmigungen mehr, die Bewertung wird intern und prozedural.

4. Die strategische Wertschöpfungskette: Infrastruktur + Verwahrer + Asset Manager

  • Die Infrastruktur (Everstake) gewährleistet Sicherheit, Leistung und technische Integration.
  • Die Verwahrer (Zodia) garantieren Kontrolle, Compliance, Reporting und regulatorische Eignung, während sie vor Risiken (Slashing, sanktionierte Adressen, Ausführungsfehler) schützen.
  • Asset Manager (Bitwise) verwandeln diesen Ertrag in verteilbare Produkte: Single-Asset-ETPs, Indizes, Ertragsprodukte, zukünftige strukturierte Produkte.

5. Explosives Wachstum... aber eingerahmt durch strukturelle Grenzen

  • Ertrag On-Chain ist nachhaltig, aber nur innerhalb eines realistischen Bereichs (hohe einstellige Prozentsätze). Modelle mit über 30 % werden als instabil oder zu riskant angesehen.
  • Der Markt wird eine starke Konsolidierung erfahren: Nur Kanäle mit echtem Nutzen, ausreichender Liquidität und einer nachhaltigen Wirtschaft werden überleben. VC-gestützte Kanäle ohne echten Nutzen werden nicht überleben.
  • Der Boom bei Ertragsprodukten zieht Hedgefonds, Vermögensverwalter und Privatbanken an, die darin ein noch weitgehend unerschlossenes Gebiet für Arbitrage und Produktinnovation sehen.

6. Europa vs. USA: Aufholen, Spezialisierung und Strukturierungsmöglichkeiten

  • Die USA dominieren Krypto-ETFs, aber Europa behält seine Führungsposition bei indexierten, thematischen und Multi-Asset-Produkten.
  • 2026 sollte ein Anstieg strukturierter Produkte (garantierter Ertrag, teilweise geschütztes Kapital, Optionsüberlagerung) dank der Volatilität von On-Chain-Assets zu verzeichnen sein.
  • Für Marktteilnehmer ist dies erst der Anfang: On-Chain-Ertrag ebnet den Weg für einen echten Krypto-Zinsmarkt, der zur Strukturierung einlädt.

Fazit

On-Chain-Ertrag tritt aus dem DeFi-Labor hervor, um eine echte Zins-Assetklasse zu werden, mit identifizierten Flüssen, regulierten Verpackungen (ETP/ETF), einer professionellen Wertschöpfungskette und einem sich stabilisierenden regulatorischen Rahmen.
Die nächsten Jahre werden Folgendes sehen:

  • den Aufstieg von strukturierten Produkten, die durch Staking gestützt werden,
  • die Konsolidierung von Blockchains rund um echten Nutzen,
  • und vor allem die massive Ankunft von Institutionen, die Ertrag On-Chain als normalen Bestandteil ihrer Portfolios behandeln werden, ähnlich wie Kredit- oder Geldmärkte.
Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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