Referenten
- Olivier Galaud, Chief Business Officer bei Everstake
- Ray Dillet, Head of Financial Institutions (Europe) bei Bitwise
- Anoosh Arevshatian, Chief Product Officer bei Zodia Custody
- Raphaël Bloch, Mitbegründer & Chefredakteur bei The Big Whale
1. On-Chain-Infrastruktur wird institutionalisiert
- Everstake betreibt bereits 40.000 Nodes für 7 Mrd. USD gestaked, was zeigt, dass Staking zu einer eigenständigen industriellen Aktivität geworden ist.
- Der Markt entwickelt sich von rein technischem Staking hin zu einer Logik des On-Chain-Ertrags, die transparente Cashflows bietet, die über Finanzprodukte genutzt werden können.
2. On-Chain-Ertrag etabliert sich als institutionelles Zinsprodukt
- Institutionen streben an, traditionelle Finanzmärkte um einige Dutzend Basispunkte zu übertreffen, ohne übermäßiges Risiko einzugehen.
- Der Markt tritt in seine Strukturierungsphase ein: Übergang vom Roh-Staking zu verpackten Produkten (ETP, ETF, Vaults, strukturierte Erträge).
- Die Differenzierung basiert nun auf der Qualität der Infrastruktur, den gewährten Garantien, dem Sicherheitsniveau und der Kontrolle des Slashing-Risikos.
3. Regulierungsbehörden starten die Welle 2025-2026
- Das grüne Licht der FCA für Staking außerhalb des Fondsstatus vereinfacht erheblich den Start von Ertragsprodukten.
- Diese Entscheidung beschleunigt die Standardisierung von ertragsbringenden ETPs/ETFs und öffnet den Zugang für Privat- und Großkunden zu Produkten auf Basis von Staking.
- Für Verwahrstellen ist dies ein bedeutender Wendepunkt: keine "Chain-by-Chain"-Genehmigungen mehr, die Bewertung wird intern und prozedural.
4. Die strategische Wertschöpfungskette: Infrastruktur + Verwahrer + Asset Manager
- Die Infrastruktur (Everstake) gewährleistet Sicherheit, Leistung und technische Integration.
- Die Verwahrer (Zodia) garantieren Kontrolle, Compliance, Reporting und regulatorische Eignung, während sie vor Risiken (Slashing, sanktionierte Adressen, Ausführungsfehler) schützen.
- Asset Manager (Bitwise) verwandeln diesen Ertrag in verteilbare Produkte: Single-Asset-ETPs, Indizes, Ertragsprodukte, zukünftige strukturierte Produkte.
5. Explosives Wachstum... aber eingerahmt durch strukturelle Grenzen
- Ertrag On-Chain ist nachhaltig, aber nur innerhalb eines realistischen Bereichs (hohe einstellige Prozentsätze). Modelle mit über 30 % werden als instabil oder zu riskant angesehen.
- Der Markt wird eine starke Konsolidierung erfahren: Nur Kanäle mit echtem Nutzen, ausreichender Liquidität und einer nachhaltigen Wirtschaft werden überleben. VC-gestützte Kanäle ohne echten Nutzen werden nicht überleben.
- Der Boom bei Ertragsprodukten zieht Hedgefonds, Vermögensverwalter und Privatbanken an, die darin ein noch weitgehend unerschlossenes Gebiet für Arbitrage und Produktinnovation sehen.
6. Europa vs. USA: Aufholen, Spezialisierung und Strukturierungsmöglichkeiten
- Die USA dominieren Krypto-ETFs, aber Europa behält seine Führungsposition bei indexierten, thematischen und Multi-Asset-Produkten.
- 2026 sollte ein Anstieg strukturierter Produkte (garantierter Ertrag, teilweise geschütztes Kapital, Optionsüberlagerung) dank der Volatilität von On-Chain-Assets zu verzeichnen sein.
- Für Marktteilnehmer ist dies erst der Anfang: On-Chain-Ertrag ebnet den Weg für einen echten Krypto-Zinsmarkt, der zur Strukturierung einlädt.
Fazit
On-Chain-Ertrag tritt aus dem DeFi-Labor hervor, um eine echte Zins-Assetklasse zu werden, mit identifizierten Flüssen, regulierten Verpackungen (ETP/ETF), einer professionellen Wertschöpfungskette und einem sich stabilisierenden regulatorischen Rahmen.
Die nächsten Jahre werden Folgendes sehen:
- den Aufstieg von strukturierten Produkten, die durch Staking gestützt werden,
- die Konsolidierung von Blockchains rund um echten Nutzen,
- und vor allem die massive Ankunft von Institutionen, die Ertrag On-Chain als normalen Bestandteil ihrer Portfolios behandeln werden, ähnlich wie Kredit- oder Geldmärkte.







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