Die Vereinigten Staaten haben einen historischen Meilenstein in der Regulierung digitaler Vermögenswerte erreicht. Am 17. Juli genehmigte das Repräsentantenhaus zwei bedeutende Gesetze: den GENIUS Act und den Clarity Act, die einen klaren föderalen Regulierungsrahmen für digitale Märkte und Stablecoins schaffen.
Der GENIUS Act, zuvor im Juni mit großer Mehrheit (68 zu 30) vom Senat genehmigt, wurde am 18. Juli im Weißen Haus von Donald Trump im Beisein wichtiger Branchenvertreter unterzeichnet.
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„Dies ist eines der innovativsten Gesetze seit Jahrzehnten“, sagte Jeremy Allaire, CEO von Circle, dem amerikanischen Unternehmen, das USDC, den weltweit führenden regulierten Dollar-Stablecoin, herausgibt.
Derweil benötigt der Clarity Act noch die Zustimmung des Senats, aber eine parteiübergreifende Einigung ähnlich dem GENIUS Act sollte seine Verabschiedung erleichtern.
Ein Rahmenwerk für Stablecoins
Der GENIUS Act etabliert ein föderales Regime für Stablecoins, Kryptowährungen, die an Fiat-Währungen wie den Dollar oder Euro gekoppelt sind. Die Gesetzgebung schafft einen Status als „bundesweit autorisierter Zahlungs-Stablecoin-Emittent“ mit strengen Anforderungen:
👉 100%ige Deckung durch liquide Vermögenswerte (Staatsanleihen, Bargeld, Fed-Einlagen)
👉 Verbot der Wiederverpfändung von Reserven
👉 Monatliche geprüfte Berichte
👉 Obligatorische jährliche unabhängige Prüfung
Das erklärte Ziel: Transparenz und Sicherheit vergleichbar mit dem Bankensektor zu gewährleisten, während die Innovationsfähigkeit der Stablecoin-Emittenten erhalten bleibt. Die Branche begrüßt diesen Kompromiss weitgehend als Chance für institutionelles Wachstum. Derzeit haben Stablecoins eine Marktkapitalisierung von 250 Milliarden Dollar, wobei Dollar-Stablecoins 99,5% des Marktes dominieren; Euro-Stablecoins repräsentieren nur 400 Millionen Euro.
Der GENIUS Act führt eine entscheidende Innovation ein: die föderale Vorherrschaft. Bislang benötigten Stablecoin-Emittenten Lizenzen in jedem Bundesstaat unter unterschiedlichen Geldübermittler-Rahmenwerken. Jetzt wird eine einzige bundesweite Genehmigung für landesweite Operationen ausreichen.
Eine „nationaler Pass“-Klausel wird es lokal lizenzierten Akteuren auch erlauben, weiterhin zu operieren, vorausgesetzt, ihre verwalteten Vermögenswerte bleiben unter 10 Milliarden Dollar und ihre Aufsicht wird als gleichwertig mit der des Office of the Comptroller of the Currency (OCC) angesehen.
Darüber hinaus kann das US-Finanzministerium nun nicht-konforme ausländische Stablecoins verbieten.
Klärung der Rollen zwischen SEC und CFTC
Parallel dazu spezifiziert der Clarity Act die Aufgabenteilung zwischen der SEC (Securities and Exchange Commission) und der CFTC (Commodity Futures Trading Commission), wodurch eine regulatorische Grauzone beendet wird, die Innovation und Investitionen jahrelang behindert hat.
Republikanische Gesetzgeber preisen diese Gesetzgebung als Beginn des „goldenen Zeitalters der digitalen Vermögenswerte“, da sie Forderungen aus einem Ökosystem adressiert, das lange Zeit SEC-Durchsetzungsmaßnahmen unter der Leitung von Gary Gensler ausgesetzt war, der alle digitalen Vermögenswerte als Wertpapiere betrachtete, die strengen Vorschriften unterliegen.
In der Folge überstieg der Kryptomarkt erstmals 4 Billionen Dollar. Kryptowährungen, die zuvor von der SEC ins Visier genommen wurden, wie Ether und XRP, entwickelten sich besonders gut. Ethereum überschritt 3.700 Dollar - ein Meilenstein, der seit Trumps Wiederwahl 2024 nicht mehr erreicht wurde - während XRP ein neues Allzeithoch erreichte und über 3,65 Dollar stieg.
Ein weiteres Signal für die Beschleunigung in den USA: Die Financial Times enthüllte, dass Donald Trump möglicherweise bald eine Exekutivanordnung unterzeichnen wird, die es 401(k)-Pensionsfonds erlaubt, digitale Vermögenswerte in ihre Portfolios aufzunehmen.
Mit über 8,7 Billionen Dollar an verwalteten Vermögenswerten im März 2025 könnte diese Entscheidung Krypto weiter im amerikanischen Finanzsystem verankern.
Internationaler Druck und das regulatorische Rennen
Inzwischen erhöhen diese Ankündigungen den Druck auf Europa und Asien. Mehrere europäische Vertreter der Kryptoindustrie fordern eine Lockerung von MiCA, insbesondere in Bezug auf Reserveanforderungen (bis zu 60% Bargeld müssen bei Banken hinterlegt werden).
Finanzzentren wie Hongkong beschleunigen ebenfalls. Nachdem kürzlich Stablecoin-Gesetzgebung verabschiedet wurde, wird Hongkong ab dem 1. August seine ersten Lizenzen ausstellen.
Banken wie Standard Chartered, die in Zusammenarbeit mit Animoca Brands und Hong Kong Telecom ihren eigenen Stablecoin (basierend auf dem Hongkong-Dollar) entwickeln, stehen in den Startlöchern. „Unser Stablecoin sollte im vierten Quartal 2025 verfügbar sein“, erklärt Alexandre Deschâtres, Leiter von Standard Chartered Ventures in Hongkong und Nordasien.
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