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Am 10. Dezember 2025 fand die vierte The Big Whale Marktprognose online statt. Auf der Agenda: das Ende des Mythos des vierjährigen Bitcoin-Zyklus, der wachsende Einfluss institutioneller Ströme und ETFs, der fragile makroökonomische Kontext von 2025 und die Transformation von Bitcoin in ein eigenständiges makroökonomisches Asset.

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Redner

Bitcoins Vier-Jahres-Zyklus: vom Halving-Mythos zur makroökonomischen Realität

  • Christopher Jensen: "Der traditionelle Vier-Jahres-Zyklus, wie wir ihn kennen, ist tot."
  • Mit einer jährlichen BTC-Inflation von unter 1 % ist der Halving-Effekt nun im Vergleich zu den Zuflüssen von ETFs und Unternehmen marginal.
  • André Dragosch zeigt, dass die institutionelle Nachfrage im Jahr 2025 (~1 Million BTC) den Halving-Angebotseffekt (~164.000 BTC/Jahr) um das Siebenfache übertrifft.
  • Zyklen werden zunehmend von Konjunkturzyklen, ISM/PMI-Tiefs und globaler Liquidität angetrieben - nicht von der Blocksubventionsmathematik.

2025: hässliches Jahr, falsch bewertetes Asset

  • Die Arbeitslosigkeit steigt auf 4,3-4,4 %, der PMI liegt unter 50 und die schwache Produktion deutet auf ein fragiles makroökonomisches Umfeld hin.
  • BTC verzeichnete gerade einen der schlechtesten November aller Zeiten, mit ETF-Abflüssen und keinem euphorischen Blow-Off-Top in diesem Zyklus.
  • Dragoschs Bewertungsrahmen (MVRV, Gold- und Geldmengenmodelle) gruppieren sich um einen "fairen Wert" nahe $270.000 pro BTC, weit über dem Spotpreis.
  • "Der Preis ist, was Sie zahlen, der Wert ist, was Sie bekommen" - die Diskrepanz zwischen beiden ist so groß wie seit den Bärenmarkt-Tiefs 2022 nicht mehr.

2026: holpriger Weg, höheres Ziel

  • Jensen erwartet, dass 2026 für BTC positiv endet, warnt jedoch vor einer "holprigen und deprimierenden" Phase, da das Ende der QT und Liquiditätsverschiebungen durchschlagen.
  • Sowohl institutionelle als auch private Zuflüsse werden voraussichtlich zurückkehren: Institutionen bewegen sich langsam, aber stetig; die Stimmung der Privatanleger kann sich schnell ändern, sobald sich der Preis dreht.
  • Jensen: "Der Weg ist weniger klar, aber das Ziel ist es: Bitcoin scheint bei den aktuellen Preisen unterbewertet zu sein."

Bitcoin: vom Aktienabsicherungsanwärter zur Anleihenabsicherungs-Meta

  • Dragosch: "Die Korrelation mit Aktien ist derzeit hoch (~0,6), daher ziehen Aktienrückgänge Bitcoin kurzfristig noch nach unten."
  • An Tagen mit Anleiherückgängen (Renditen steigen, Anleihepreise fallen) tendiert Bitcoin dazu, Gold zu übertreffen und ist weniger mit Staatsanleihen korreliert.
  • Die Volatilität komprimiert sich strukturell: von ~200 % realisierter Volatilität im Jahr 2012 auf ~30-40 % heute, näher an "Nasdaq + Hebel" als an einem reinen Casino-Chip.
  • Dies könnte ein neues Portfolio-Meta für Allokatoren schaffen: "Anleihen + Bitcoin" als moderne defensive Barbell-Strategie.

MicroStrategy & BTC-Treasuries: Liquiditäts-FUD vs. Bilanzrealität

  • Dragosch: "Die BTC-Vermögenswerte von Strategy/MicroStrategy sind ~3,7x größer als die gesamten Verbindlichkeiten (Wandelanleihen + Vorzugsaktien). Es besteht kein unmittelbares Insolvenzrisiko."
  • Eine hypothetische vollständige Liquidation ihres Bestands würde BTC "nur" um geschätzte ~22 % drücken - schmerzhaft, aber nicht existenziell für das Asset.
  • Das eigentliche historische Risiko war die Liquidität (Dividenden und Coupons) angesichts einer "BTC niemals verkaufen"-Doktrin - jetzt gemildert durch eine Bargeldreserve von 1,4 Milliarden USD, die ~20+ Monate Vorzugsdividenden abdeckt.
  • Für viele BTC-Treasury-Aktien ist die eigentliche Geschichte falsch bewertete Optionalität und wilde mNAV-Schwankungen - nicht eine unvermeidliche Untergangsspirale.

Altcoins: keine steigende Flut-Meta mehr

  • Jensen erwartet, dass zukünftige Alt-Zyklen viel selektiver sein werden: Projekte mit echten Einnahmen, solider Tokenökonomie und klarer Wertschöpfung werden dominieren.
  • BTC setzt immer noch das Regime: Es ist schwer für selbst starke Alts, neue Höchststände zu erreichen, ohne dass Bitcoin zuerst die Erzählung zurückerobert.
  • Raphael Bloch hebt ETH und SOL als strukturelle Gewinner hervor, die mit Tokenisierung und realen Asset-Schienen verbunden sind.
  • Über mehrjährige Horizonte werden die meisten Altcoins wahrscheinlich immer noch BTC relativ unterperformen - der Friedhofseffekt bleibt bestehen.
Aleksandar Bukovski

Aleksandar Bukovski ist Lead Analyst bei The Big Whale, wo er auf decentralized finance und crypto-assets spezialisiert ist. Seine bei The Big Whale veröffentlichten Arbeiten behandeln unter anderem stablecoins, tokenized finance, DeFi protocols, Bitcoin mining und die institutionelle Adoption von digital assets. Zudem moderiert er den Market Call, ein wiederkehrendes Marktanalyseformat von The Big Whale.

Vor seinem Wechsel zu The Big Whale im Februar 2025 war Bukovski fünf Monate lang als Research Analyst bei The Block tätig, einem auf crypto fokussierten Informationsdienstleister, wo sein erklärter Schwerpunkt auf tokenization lag. Er verfügt über einen Ingenieurabschluss in Finance and Financial Management Services sowie einen Masterabschluss in Investment Management, beide von der Faculty of Technical Sciences der University of Novi Sad in Serbien.

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