Bermuda, Britische Jungferninseln... Warum Krypto-Unternehmen weiterhin dorthin gehen

10.05.2023
Bermuda, Britische Jungferninseln... Warum Krypto-Unternehmen weiterhin dorthin gehen
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Trotz ihres 'schlechten' Images ziehen einige Jurisdiktionen immer noch großes Interesse auf sich. Steuern und vor allem regulatorische Flexibilität spielen dabei eine große Rolle.

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Bermuda, seine Strände, seine Kokospalmen und seine... Kryptounternehmen. Seit mehreren Jahren zieht das britische Archipel, das sich mitten (oder fast mitten) im Atlantischen Ozean befindet, Akteure des Ökosystems an. Der neueste Ankömmling ist Coinbase. Der amerikanische Riese hat gerade eine Handelsplattform für institutionelle Akteure eingerichtet.

Bermuda ist nicht das einzige 'exotische' Ziel für Börsen und andere Web3-Unternehmen. Dies gilt auch für Jersey und die Britischen Jungferninseln, die dank ihrer steuerlichen und vor allem regulatorischen Flexibilität Bewerber anziehen, während die Vereinigten Staaten und sogar die Europäische Union nicht unbedingt ein ausreichend günstiges Umfeld bieten.


👉 Steuerliche Motive

Die steuerliche Dimension spielt für einige Akteure eine Rolle. Sowohl auf Bermuda als auch auf den Britischen Jungferninseln gibt es keine Körperschaftsteuer und keine Kapitalsteuer für Privatpersonen. Unternehmen müssen eine jährliche Steuer zahlen, die auf der Höhe ihrer Nettovermögenswerte basiert.

"Diese Steuer reicht von etwa 2.000 bis 32.000 Bermudadollar (ein Bermudadollar ist etwa 0,9 Euro wert)", erklärt Axel Sabban, Steueranwalt und Partner bei Revo Avocats.

Dieses System hat jedoch seine Grenzen, da man, um von der Besteuerung dieser Jurisdiktionen zu profitieren, vor Ort tätig sein muss. "Wenn das operative Zentrum, also die Teams und die Aktivität, in Europa oder den Vereinigten Staaten liegt, muss das Unternehmen seine Steuern in Europa oder den Vereinigten Staaten zahlen", weist Arnaud Touati, Partner bei Hashtag Avocats, darauf hin.

Unternehmen können daher von einer sehr vorteilhaften Besteuerung profitieren, aber ein Briefkasten reicht nicht aus. "Die Behörden sind in diesem Punkt zunehmend wachsam", bestätigt ein französischer Investor.

👉 Regulatorische Motive

Die Hauptursache für die Attraktivität von Bermuda und anderen "Steueroasen" ist vor allem ihre regulatorische Flexibilität. Dies betrifft die Gründung von Unternehmen. "Es ist viel einfacher, ein Kryptounternehmen auf Bermuda oder Jersey zu gründen", bestätigt ein französischer Akteur.

Auch die Flexibilität bei Produkten wird hervorgehoben. Im Fall von Coinbase war dies der Grund, warum der amerikanische Riese seine Derivateplattform auf Bermuda und nicht in Europa gestartet hat. "Sie konnten es in wenigen Wochen tun, während es in Europa fast unmöglich gewesen wäre", erklärt Arnaud Touati.

Ein weiterer Punkt, der häufig genannt wird, ist die regulatorische Sichtbarkeit. "Jurisdiktionen wie die Britischen Jungferninseln haben viele Mängel, aber es gibt regulatorische Klarheit bei Kryptos, die es einem Projekt ermöglicht, sich zu entwickeln, ohne Angst haben zu müssen, jederzeit geschlossen zu werden", vertraut ein in London ansässiger Unternehmer an.

Raphaël Bloch

Raphaël Bloch ist CEO und co-founder von The Big Whale, einer unabhängigen Market-Intelligence-Plattform für digitale Assets, die Finanzmarktteilnehmer über redaktionelle Berichterstattung, Research, ein wöchentliches Briefing und Präsenzveranstaltungen bedient. Er co-foundete The Big Whale im April 2022. Auf der Plattform moderiert und veranstaltet er institutionelle Events, die Banken, Asset Manager, Custodians und Infrastrukturanbieter zu Themen wie staking, on-chain yield, stablecoins, DeFi lending und tokenisation zusammenbringen. Er hat Panels bei Veranstaltungen moderiert, die in Partnerschaft mit Bitwise, Everstake, Gemini, Morpho, Hexarq, Coinhouse, Delubac, Franklin Templeton und der Ethereum Foundation organisiert wurden und zwischen Ende 2025 und Mitte 2026 in London und Paris stattfanden.

Vor der Gründung von The Big Whale arbeitete Bloch von Dezember 2016 bis März 2020 als Reporter bei Les Echos und anschliessend von März 2020 bis März 2022 bei L'Express. Zuvor war er auch bei Reuters tätig. Seit September 2022 hat er parallel eine Position als Business Analyst bei BFM Business inne. Seit 2016 ist er im Krypto-Journalismus aktiv. Er hat Abschlüsse von emlyon und dem CFJ.

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