Bermuda, seine Strände, seine Kokospalmen und seine... Kryptounternehmen. Seit mehreren Jahren zieht das britische Archipel, das sich mitten (oder fast mitten) im Atlantischen Ozean befindet, Akteure des Ökosystems an. Der neueste Ankömmling ist Coinbase. Der amerikanische Riese hat gerade eine Handelsplattform für institutionelle Akteure eingerichtet.
Bermuda ist nicht das einzige 'exotische' Ziel für Börsen und andere Web3-Unternehmen. Dies gilt auch für Jersey und die Britischen Jungferninseln, die dank ihrer steuerlichen und vor allem regulatorischen Flexibilität Bewerber anziehen, während die Vereinigten Staaten und sogar die Europäische Union nicht unbedingt ein ausreichend günstiges Umfeld bieten.
👉 Steuerliche Motive
Die steuerliche Dimension spielt für einige Akteure eine Rolle. Sowohl auf Bermuda als auch auf den Britischen Jungferninseln gibt es keine Körperschaftsteuer und keine Kapitalsteuer für Privatpersonen. Unternehmen müssen eine jährliche Steuer zahlen, die auf der Höhe ihrer Nettovermögenswerte basiert.
"Diese Steuer reicht von etwa 2.000 bis 32.000 Bermudadollar (ein Bermudadollar ist etwa 0,9 Euro wert)", erklärt Axel Sabban, Steueranwalt und Partner bei Revo Avocats.
Dieses System hat jedoch seine Grenzen, da man, um von der Besteuerung dieser Jurisdiktionen zu profitieren, vor Ort tätig sein muss. "Wenn das operative Zentrum, also die Teams und die Aktivität, in Europa oder den Vereinigten Staaten liegt, muss das Unternehmen seine Steuern in Europa oder den Vereinigten Staaten zahlen", weist Arnaud Touati, Partner bei Hashtag Avocats, darauf hin.
Unternehmen können daher von einer sehr vorteilhaften Besteuerung profitieren, aber ein Briefkasten reicht nicht aus. "Die Behörden sind in diesem Punkt zunehmend wachsam", bestätigt ein französischer Investor.
👉 Regulatorische Motive
Die Hauptursache für die Attraktivität von Bermuda und anderen "Steueroasen" ist vor allem ihre regulatorische Flexibilität. Dies betrifft die Gründung von Unternehmen. "Es ist viel einfacher, ein Kryptounternehmen auf Bermuda oder Jersey zu gründen", bestätigt ein französischer Akteur.
Auch die Flexibilität bei Produkten wird hervorgehoben. Im Fall von Coinbase war dies der Grund, warum der amerikanische Riese seine Derivateplattform auf Bermuda und nicht in Europa gestartet hat. "Sie konnten es in wenigen Wochen tun, während es in Europa fast unmöglich gewesen wäre", erklärt Arnaud Touati.
Ein weiterer Punkt, der häufig genannt wird, ist die regulatorische Sichtbarkeit. "Jurisdiktionen wie die Britischen Jungferninseln haben viele Mängel, aber es gibt regulatorische Klarheit bei Kryptos, die es einem Projekt ermöglicht, sich zu entwickeln, ohne Angst haben zu müssen, jederzeit geschlossen zu werden", vertraut ein in London ansässiger Unternehmer an.



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