Grayscale: "Die SEC hat ihr Hauptargument gegen einen Bitcoin-ETF verloren".

Grayscale: "Die SEC hat ihr Hauptargument gegen einen Bitcoin-ETF verloren".
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Grayscales juristischer Sieg über die SEC untergräbt die Anti-Bitcoin-ETF-Haltung des US-Regulators. Morgane Fournel-Reicher (Kramer Levin), eine auf US-Finanzrecht spezialisierte Anwältin, erörtert die Entscheidung in einem Interview.

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Was ist die Entscheidung des Gerichts?

Dieses Urteil folgt auf die Ablehnung des Bitcoin-ETF-Antrags von Grayscale durch die SEC im Jahr 2022. In Reaktion darauf hatte Grayscale den Fall vor Gericht gebracht, um anerkennen zu lassen, dass diese Entscheidung nicht den administrativen Regeln entspricht, die den Betrieb des US-Finanzregulators regeln.

Die Argumente der SEC waren, dass Grayscales Spot-ETF nicht über ausreichende Schutzmaßnahmen zur Verhinderung der Manipulation des Bitcoin-Preises verfüge, obwohl sie Futures-ETFs mit derselben Eigenschaft genehmigt hatte. Die Richter missbilligten daher diese "willkürliche" Entscheidung, wie in den Gerichtsunterlagen zu lesen ist.

Was motivierte die Position der SEC?

Im Kontext von Futures-ETFs vertrat die SEC die Ansicht, dass der Bitcoin-Preis weniger wahrscheinlich manipuliert werden könne, da er mit der Chicago Mercantile Exchange (CME) verbunden sei, einer Börse unter der Aufsicht des Regulators. Der von der CME verwendete Bitcoin-Preis ist jedoch ein Durchschnitt des Bitcoin-Preises auf vier "Spot"-Krypto-Börsen (Bitstamp, Coinbase, Kraken und itBit, Anm. d. Red.).

Das Gericht sagt, dass die SEC nicht nachgewiesen hat, dass die "Futures"- und "Spot"-Märkte unterschiedlich funktionieren und dass einer von ihnen eine gesonderte Behandlung verdient.

Was passiert jetzt?

Die SEC ist nicht verpflichtet, den ETF von Grayscale zu genehmigen. Das Gericht sagt lediglich, dass das Hauptargument für die Ablehnung dieses Antrags nicht gerechtfertigt ist. Nun gibt es zwei mögliche Szenarien: Das erste ist, dass die SEC ein anderes Argument findet, oder dass sie sich an das Gesetz hält und den Vorschlag von Grayscale genehmigt.

Welche neuen Anti-ETF-Argumente könnte die SEC vorbringen?

Ich denke an die Frage der Strukturierung der Aktivitäten des Fonds, aber die Preisbildung musste ihr stärkstes Argument sein. Was man verstehen muss, ist, dass die SEC gerade ihr Hauptargument gegen einen "Spot"-Bitcoin-ETF verloren hat! Sie wären nicht in einen Rechtsstreit gegangen, ohne fest daran zu glauben, und sie argumentieren dies seit Jahren... Wenn sie andere Argumente haben, werden diese noch wahrscheinlicher von einem Richter abgelehnt.

Wie verhält sich die SEC normalerweise in dieser Art von Situation?

Es ist nicht ausgeschlossen, dass der Regulator ein weiteres Argument sucht, um den ETF von Grayscale abzulehnen, aber das würde riskieren, seine Position zu schwächen und zeigen, dass es eine diskriminierende Behandlung zwischen den Akteuren gibt.

Wir wissen, dass BlackRocks ETF akzeptiert wird, weil dieser Riese eine Akzeptanzrate für seine ETFs von fast 99% hat. Wenn BlackRock dieses Projekt in Angriff genommen hat, dann wahrscheinlich, weil sie eine Art stillschweigende Zustimmung von der SEC erhalten haben. BlackRocks ETF wird das Licht der Welt erblicken, das ist eine virtuelle Gewissheit.

Welche Auswirkungen wird diese Entscheidung auf alle "Spot"-Bitcoin-ETF-Anträge in den USA haben?

Selbst wenn Grayscale letztendlich nicht erlaubt wird, seinen Trust in einen ETF umzuwandeln, weil es sich um eine spezielle Struktur handelt, könnte das Urteil von anderen Krypto-Akteuren wiederverwendet werden. Tatsächlich sollten wir dies in den nächsten Tagen sehen, da mehrere Anträge auf Validierung durch die SEC warten.

Nach dem Ripple-Prozess, wendet sich das Blatt zugunsten der Kryptos in den USA?

Es ist noch etwas früh, um das zu sagen. Im Fall von Ripple richtet sich die Entscheidung ausschließlich auf diesen spezifischen Fall. Und trotz dessen bleibt die SEC in den meisten Krypto-Fällen äußerst aggressiv.

Grégory Raymond

Grégory Raymond ist Forschungsleiter und Mitgründer von The Big Whale. Als Spezialist an der Schnittstelle zwischen traditionellem Finanzwesen und digitalen Assets beobachtet er seit 2017 die regulatorischen, institutionellen und technologischen Entwicklungen der Branche — für ein Publikum aus Entscheidungsträgern bei Banken, Asset Managern und Fintechs. Er ist außerdem Autor von Bitcoin & Cryptos: L'enjeu du siècle (Talent Éditions, 2025), einem Buch, das auf Gesprächen mit zentralen Akteuren des Ökosystems basiert.

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